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Merck Finck & Co - akutellPetrusbrunnen am Kölner Dom eingeweihtDie Bürgergesellschaft Köln von 1863 hatte für den 3. Juli geladen, ab 12.00 Uhr die Einweihung des neugotischen Petrusbrunnens mit einem bunten Rahmenprogramm zu feiern. Nach dem Aufmarsch der Standartenträger kölner Karnevalsgesellschaften und den einführenden Worten des Ehrenpräsident der Bürgergesellschaft, H. O. Schmitz-Pranghe, richtete Bürgermeister Hans-Werner Bartsch in Vertretung von Oberbürgermeister Jürgen Roters, ein Grußwort an die Gäste. Hierbei ging er besonders auf die Verdienste der Bürgergesellschaft Köln und auf die Geschichte des Brunnens ein: Er wurde 1870 nach Entwürfen des damaligen Dombaumeisters Richard Voigtel und des Dombildhauers Peter Fuchs angefertigt und durch die preußische Königin und spätere Kaiserin Augusta, Gattin Kaiser Wilhelms I., der Stadt Köln gestiftet. Aufgestellt wurde er in einer begrünten Terrassenanlage in einer Achse von der östlichen Chorkapelle zur damaligen Dombrücke („Muusfall"). Wegen der zunächst fehlenden Wasserleitung und des später etwas knappen Wasserflusses wurde der Brunnen von den Bürgerinnen und Bürgern schnell "Drüjje Pitter" genannt. Neuer Standort Trotz der großen Kriegszerstörungen in Köln im Zweiten Weltkrieg blieb der Brunnen weitgehend unbeschädigt. Mit dem Bau der neuen Domplatte wurde die neugotische Treppenanlage abgerissen und der Petrusbrunnen abgebaut. 1969 erhielt der Brunnen einen neuen Standort auf dem höheren Niveau der neu gebauten Domplatte zwischen Sakristei und Domchor. Dieser etwas versteckte Standort erwies sich jedoch als eine Verlegenheitslösung, so dass der Brunnen schließlich 1999 abgebaut wurde und seine Teile in verschiedenen Depots mehr als zehn Jahre lang lagerten. Schon bei den ersten Überlegungen in 2003, den Petrusbrunnen am neuen Ort wieder aufzustellen, war klar, dass es sich die Stadt Köln nicht leisten kann, den Wiederaufbau und den Betrieb des Brunnens aus eigener Kraft zu finanzieren. Dank des großen Engagements der "Bürgergesellschaft Köln von 1863" und ihres Ehrenpräsidenten H. O. Schmitz-Pranghe, die in nur zwölf Monaten die benötigten Spendengelder sammeln konnten, ist es nun möglich, den Brunnen wieder zu betreiben. Die Kosten für den gesamten Wiederaufbau beliefen sich auf ca. 150.000 Euro, wovon etwa 95.000 Euro durch Spendengelder finanziert werden konnten. Die Namen der Hauptspender, wie das Bankhaus Merck Finck & Co Privatbankiers, wurden auf einer Bronzetafel verewigt. Damit der Brunnen sprudeln kann, hat sich für die Übernahme der jährlichen Betriebskosten in Höhe von ca. 10.000 Euro die kölner Firma NetCologne GmbH als Sponsor gefunden. Auch nach der Aufstellung des Brunnens werden weiter Spenden für die Erhaltung und den Betrieb der Brunnenanlage erbeten auf Konto-Nummer 22222210 bei der Sparkasse Köln-Bonn, BLZ 370 501 98, Empfänger ist die Stadt Köln, Verwendungszweck „9709.222.6700.4 Petrusbrunnen"
Bei den Ausschachtungsarbeiten für die neue, im Erdreich liegende Brunnenkammer hat sich eine Besonderheit ergeben: Es wurde ein Fundamentrest des bischöflichen Statthalterpalastes aus dem 9. und 10. Jahrhundert sowie eine römische Innenstadtstraße mit angrenzenden Gebäuden gefunden. Den Fachleuten ist es gelungen, diesen bedeutenden archäologischen Fund zu erhalten und dauerhaft zu sichern. Hierdurch hatte sich auch der Termin für die Aufstellung des Petrusbrunnens verzögert, der ursprünglich zum Kirchfest Peter und Paul am 29. Juni 2009 geplant war. Eigenes Lied Anschließend fand die Einsegnung des Petrusbrunnens durch Dompropst Dr. Norbert Feldhoff statt. Die wesentlichen Bauarbeiten zur Aufstellung des Brunnens am neuen Standort auf der Papstterrasse an der Südseite des Doms sind abgeschlossen, kleinere Arbeiten an der Oberfläche der Terrasse werden noch folgen. Zum Abschluß wurde die Einweihung mit viel Musik gefeiert. Ludwig Sebus hatte eigens ein Lied komponiert und mit dem Domchor vorgetragen, Stadtkapelle, Domchor, Tenor Vincent Schirmacher und Pianist Christoph Thiemann gaben darüber hinaus kölsche Lieder zum Besten. In Köln gibt es neben dem Petrusbrunnen aus dem 19. Jahrhundert kaum noch Vertreter dieser Epoche: Auf dem Gereonsdriesch steht die ebenfalls neugotische Mariensäule von Peter Fuchs; sie ist allerdings kein Brunnen. Der Jan von Werth-Brunnen in Stilformen der Neurenaissance, befindet sich auf dem Alter Markt. Weitere Brunnen aus dieser Zeit sind nur noch der Heinzelmännchen-Brunnen Am Hof sowie der Hermann-Joseph Brunnen auf dem Waidmarkt.
Bild und Text: Stefan Meyer | ||||