Volatile Märkte sprechen für anhaltende Vorsicht

Market Flash Februar 2019.

Seit Anfang Dezember, als unsere drei Säulen Fundamentaldaten, Marktstimmung und Risiko negativ wurden, sind wir für Aktien vorsichtiger geworden. Gegenwärtig sind immer noch alle drei Bereiche negativ, wobei die Fundamentaldaten nur knapp im negativen Bereich liegen. Damit halten wir an unserer vorsichtigen Aktienstrategie fest.

Gegen Ende eines Konjunkturzyklus können sich die Märkte zunehmend volatil verhalten, wie die vergangenen Monate im Nachhinein belegen: Sie kamen aus der überverkauften Lage Ende Dezember heraus, als der moderatere Kurs der Zentralbanken die Märkte stützte. Der Schritt der US-Notenbank, die USKonjunktur zu stützen, beflügelt die Märkte 2019 bisher,  unterstreicht jedoch auch die Brüchigkeit der Erholung, während sich das globale Wachstum von seinem  vormals hohen Tempo verlangsamt.

Trotz der wieder anziehenden Märkte bleiben wir für Aktien vorsichtig.

  • In allen wichtigen Regionen schwächen sich die Konjunkturdaten ab. Die vorausschauenden Indikatoren sind auf breiter Front rückläufig. Das Vertrauen von Unternehmen und teils auch von Verbrauchern fällt, auch wenn es sich im Moment etwas zu fangen scheint.
  • Das Wachstum in Europa wurde durch eine Reihe von Faktoren erheblich in Mitleidenschaft gezogen und bleibt weiterhin Risiken ausgesetzt. Ein Grund hierfür sind die jüngsten Meldungen, dass in die USA importierte Fahrzeuge laut US-Handelsministerium dort eine Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellen sollen. Präsident Donald Trump hat nun für die Entscheidung, ob er in dieser Angelegenheit weitere Maßnahmen ergreift, 90 Tage Zeit.
  • Die politische Unsicherheit bleibt hoch. Die Handelsgespräche zwischen den USA und China kommen in die entscheidende Phase, und die Aussicht auf eine Einigung wurde vom Markt bereits eingepreist. Aufgrund der anhaltenden Differenzen in der britischen Politik und der Komplexität des Austrittsprozesses sorgt der Brexit weiterhin für Unsicherheit.
  • Gewinne/Qualität der Bilanzen. Die Bilanzen weisen insbesondere in den USA ein hohes Schuldenniveau aus. Über teils auch schuldenfinanzierte Aktienrückkäufe dstützt dies immer noch die Aktienmärkte – aber auch nicht ewig.

Sowohl die Handelsgespräche zwischen den USA und China als auch der Brexit scheinen auf die Zielgerade einzubiegen. Die vorläufige „Waffenruhe“ zwischen den USA und China soll Anfang März enden, bisher wurde jedoch noch keine Einigung erzielt. Beide Seiten könnten weiter auf Zeit spielen und die Gespräche vertagen, doch dies würde den Märkten die Botschaft vermitteln, dass noch lange keine Einigung in Sicht ist.  Die nächste wichtige Abstimmung im britischenParlament über den Brexit-Plan von Theresa May findet Ende Februar statt, und eine Zustimmung ist ohne Zugeständnisse der EU kaum vorstellbar.

Die Risiken im Zusammenhang mit diesen beiden Ereignissen bleiben hoch und rechtfertigen gemeinsam mit dem weltweit, aber vor allem in der EU langsameren Wachstumstrend gegenwärtig eine vorsichtigere Haltung.