5G-Technologie: schneller - besser - sauberer

Hier steckt ein Potenzial, das ein nie da gewesenes Wirtschaftswachstum auslösen könnte.

5G ist eine äußerst vielversprechende Technologie, die es der digitalen Wirtschaft ermöglichen wird, richtig Fahrt aufzunehmen. 2019 erwarten wir mit dem für Herbst dieses Jahres geplanten Start des „5G home“-Angebots von Verizon die erste echte Einführung von 5G-Technologie. In der Wertschöpfungskette dieser Technologie steckt ein Potenzial, das ein nie dagewesenes Wirtschaftswachstum auslösen könnte. Die optimistischsten Schätzungen gehen bis 2035 von zusätzlichen 22 Millionen Jobs und 3 Billionen US-Dollar an Wertschöpfung aus. Die nächste Generation des mobilen Internets wird alle wirtschaftlichen Akteure, d. h. Verbraucher und Industrie, erreichen. In diesem Market Flash beleuchten wir den Weg bis zur vollständigen Einführung dieser Technologie und versuchen, der Frage auf den Grund zu gehen, wer als größter Gewinner hervorgehen wird.

Von 1G bis 5G: ein kurzer Blick zurück

Wir beginnen mit einem kurzen Rückblick in die Vergangenheit, um zu verstehen, warum 5G ein Durchbruch ist, der die Mobilfunknetze revolutionieren wird. 1973 erschuf ein Ingenieur bei Motorola das erste Mobiltelefon, das noch wie ein Ziegelstein aussah. Die erste Generation der Mobilfunknetze, 1G, wurde für Sprachanrufe genutzt. Anfang der 1990er Jahre machte 2G Textnachrichten möglich, und zehn Jahre später gab 3G den Nutzern die Möglichkeit, E-Mails zu versenden und zu empfangen sowie erstmals im Internet zu surfen. Mit der ersten, 2007 gestarteten iPhone-Version verwandelten sich Mobiltelefone allmählich in tragbare Computer. Um dem wachsenden Datenbedarf gerecht zu werden, folgte 2010 die Einführung von 4G beziehungsweise LTE. Fast zehn Jahre später kommt nun 5G. Laut Ericsson Mobility dürfte die Anzahl der 5G-Nutzer im Jahr 2023 eine Milliarde Menschen erreichen. Dies entspricht 20 Prozent des gesamten Mobilfunkdatenverkehrs.

Vielfältige  Nutzungsmöglickeiten

Die Verringerung der Latenz auf ein Zehntel (also auf nur noch 1 Millisekunde) im Vergleich zu 4G und das Wegfallen einer Verzögerung werden für autonomes Fahren und Fernoperationen entscheidend sein. Cloud-Spiele, Roboterfernwartung, erweiterte Realität und automatisierte Überwachungsdrohnen werden von diesem optimierten mobilen Internet ebenfalls positiv beeinflusst. Der Markt, auf den sich 5G zweifelsohne am stärksten auswirken wird, ist jedoch das Internet der Dinge. Hochgeschwindigkeitsinternet und verbesserte Konnektivität werden intelligente Städte zum Blühen bringen (laut BoAML ein Markt von 1,3 bis 1,6 Billionen US-Dollar bis 2020). Wie schön wäre das Leben, wenn Ampeln sich in Echtzeit an das Verkehrsaufkommen anpassen würden, wenn freie Parkplätze per GPS gemeldet würden und ein Kühlschrank automatisch Essen bestellen würde, wenn er leer ist?

Das mag heute noch wie Fiktion erscheinen, doch in wenigen Jahren wird all dies dank 5G Wirklichkeit sein. Letztlich wird  die Architektur dieser Technologie uns neue Leistungsmerkmale bringen wie z. B. verbesserte Konnektivität in Menschenmengen, Zügen und Flugzeugen, verringerter Energieverbrauch (Mobiltelefone mit länger haltenden Akkus), größere Kapazität für Datenaustausch und die Möglichkeit für Unternehmen und professionelle Sicherheitsanbieter, einen privaten Kommunikationskanal einzurichten.

Wann ist es so weit?

5G muss äußerst hohe Frequenzen nutzen, um seine Versprechen halten zu können. Daher ist der Ausbau der Infrastruktur erforderlich. Obwohl gegenwärtig 77 Anbieter in 49 Ländern die 5G-Technologie erproben, bedeutet der hohe Investitionsaufwand für den Netzwerkausbau, dass die nächste Generation des mobilen Internets nicht über Nacht kommen wird. Dies gilt insbesondere für Europa, das hinter Regionen wie den USA, Japan und Südkorea hinterherhinkt. Doch die Telekommunikationsanbieter haben bereits fest zugesagt, ihre Datenroaming-Angebote zu verlängern und beteiligen sich rege an den Versteigerungen der Frequenzen.

Schöpferische Zerstörung

5G wird in hohem Maße zur Automation von Branchen beitragen, indem hauptsächlich die Kosten für die Analyse großer Datenmengen verringert werden. Infolgedessen wird 5G die Investitionen in das Cloud-Computing beschleunigen. Auch wenn wir den Punkt, an dem die nächste Generation alltäglich wird, noch nicht erreicht haben, ist eines klar:

Unternehmen, Anbieter und Cloud-Computing-Unternehmen werden eine geeignete 5G-Strategie entwickeln und umsetzen müssen. 5G-Technologien besitzen das Potenzial für „Cluster-Innovation“, die das Herzstück von Schumpeters Begriff der „schöpferischen Zerstörung“ bildet und laut dem österreichischen Wirtschaftswissenschaftler die treibende Kraft hinter Konjunkturzyklen darstellt. Für Anleger bedeutet dies eine Zeit der Chancen.

5G und der Handels-/Technologiekrieg

Huawei ist ein führendes Unternehmen des asiatischen Technologiesektors. Es hat nicht nur die Führungsposition auf dem Smartphone-Markt von Apple übernommen, sondern ist auch ein weltweiter Spitzenreiter der 5GInfrastruktur. Trump entschied sich jedoch, das chinesische Unternehmen mit der Begründung, es bestehe die Gefahr von Spionage, auf eine schwarze Liste zu setzen. Im Blickpunkt steht das Profil des CEO von Huawei: Ren Zhengfei ist ein ehemaliger Ingenieur des chinesischen Militärs und Mitglied der Kommunistischen Partei. Diese Vorgehensweise beleuchtet, was rund um die neue 5G-Technologie, die sich nun im Mittelpunkt des vom US-Präsidenten begonnenen Handelskrieges befindet, politisch auf dem Spiel steht.

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