Update: Brancheneinschätzungen Europa - USA

Market Flash Mai.

Trotz häufiger Underperformance kam es in den vergangenen zehn Jahren recht häufig zu einer Rotation in zyklische Branchen. Bisher dauerten diese Phasen im Durchschnitt vier Monate. Auch wenn diese aktuelle Rotation kurzfristig anhalten dürfte, befindet sie sich unserer Meinung nach bereits im Endstadium.

Zyklen-Rally hält an

Die kräftige Rally an den Aktienmärkten seit Jahresbeginn hievte viele Indizes wieder zurück auf ihre vorherigen Höchststände oder sogar darüber hinaus. In Europa kam es trotz anhaltend schwächerem Wirtschaftswachstum bei zuletzt allerdings wieder stabileren Daten zu einer robusten Erholung am Markt Die zyklischen Sektoren haben die defensiven von ihrem relativen Tief im Dezember bereits um
rund sieben Prozent übertroffen.

Diese Rotation folgt jedoch auf eine ausgedehnte Underperformance, die seit der Finanzkrise ein Jahrzehnt andauerte. Dies spiegelt in Teilen das Auseinanderlaufen von Branchen wider, d. h. den anhaltenden Erfolg des Technologiesektors mit seinen „Growth“-Titeln und die anhaltenden Schwierigkeiten des Finanzsektors mit seinen
„Value“-Titeln, aber es bildet auch den fortgesetzten Verfall der Anleihenrenditen ab, die zu einem lange währenden Wachstum im Vergleich zum Exposure in zyklischen und Value-Titeln beitrugen.

Generell kommt es häufig zu derartigen Rotationen, die Portfolios erhebliche Verluste zufügen können, wenn sie übersehen werden. Bisher sprachen wir uns in diesem Jahr für einen vielseitigen Mix aus Qualität und defensiven Sektoren wie Gesundheit und Basiskonsumgütern aus. Im zyklischen Bereich setzten wir bevorzugt auf den Sektor der US-Industriewerte.

Doch in Anbetracht der bereits erfolgten Rotation von defensiven in zyklische Sektoren gehen wir davon aus, dass diese aktuelle Rotation zwar noch nicht vorbei, jedoch schon ziemlich reif ist.

Auch wenn das Wachstumstempo positiv bleiben dürfte, rechnen wir jedoch darüber hinaus nicht mit einer Beschleunigung und auch nicht mit einer Rückkehr der Wachstumsraten auf die Niveaus von 2017.

Bei den defensiven Branchen und Qualitätssektoren müssen wir die jüngste erhebliche Underperformance des Gesundheitssektors hervorheben, für den wir allerdings weiterhin positiv eingestellt sind.

Die Gewinne entwickelten sich in mehreren Untersegmenten besser als erwartet, und die große Mehrzahl der Unternehmen hat ihre zukunftsgerichteten Hinweise angehoben. Insgesamt zeigte sich der Aktienmarkt trotz der Impulse und positiven Ausblicke scheinbar unbeeindruckt, und die Aktien schlossen den jeweiligen Tag häufig im Minus ab. Per 26. April war der S&P 500 Healthcare Sector Index von Anfang März um rund 5 % zurückgegangen.

Dem stand ein Anstieg von 5 % beim breiter gefassten S&P Index gegenüber. Dies ist durch die fortdauernde Eintrübung infolge der Aussicht auf ein „Medicare for All“ bedingt, das als Teil der Kandidatenauswahl in der Demokratischen Partei in den Blickpunkt geraten ist. Auch wenn es als mögliche Bedrohung für unser Szenario identifiziert wurde, wird es hier aus unserer Sicht aufgrund der langwierigen bürokratischen Prozesse auf absehbare Zeit nichts Greifbares geben, doch das Thema trübt die Stimmung im Sektor ein, da die politischen Diskussionen weitergehen. Zudem dürfte die breite Rotation der Anleger von defensiven in zyklische Aktien im Jahr 2019, da sich die Wirtschaftsaktivität erholte und die Rezessionsängste nachließen, ebenfalls zur jüngsten Underperformance des Gesundheitssektors beigetragen haben.

Die Branche weist das höchste Wachstum beim erwarteten operativen Gewinn der zehn von uns verfolgten Sektoren auf, und die Erwartungen steigen weiter. Der langfristige Trend und die sehr gute Qualität des Sektors werden eindeutig bestätigt.

Überdies durchläuft er seit Ende des dritten Quartals 2018 auf breiter Front eine Abwertungsphase, weshalb die Dinge nun noch interessanter erscheinen.

Branchen im Rampenlicht

Wir sind bei Finanztiteln neutral positioniert und bleiben trotz des auflebenden Interesses der Anleger und der Entwicklungen der vergangenen Wochen bei unserer aktuellen Ausrichtung. Bei Betrachtung des Teilbereichs Banken gibt es einige Fakten, die die jüngste Outperformance erklären. Auch wenn Aspekte wie z. B. gesündere Bilanzen, attraktive Bewertungen und eine untergewichtete Positionierung der Investoren als positive Signale angesehen werden können, fehlen nach wie vor einige der herkömmlichen Treiber für eine ausgedehnte Outperformance. Ein typisches Beispiel: Die Prognosen rechnen erneut mit für längere Zeit niedrigeren Anleihenrenditen! Die Einkaufsmanagerindizes der Eurozone haben ihre Talsohle noch nicht erreicht, und der Sektor korreliert mit diesen in hohem Maße.

Fazit

Unsere defensive Ausrichtung war in den vergangenen vier Monaten nicht optimal. Bei der Neubeurteilung des aktuellen Umfelds sind wir überzeugt, dass die Konzentration auf Qualität nach wie vor eine Grundbedingung für die Portfolio-Positionierung ist. Wir bestätigen unsere Branchenausrichtung für die nächsten
Monate.

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