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Anlegerschutz mit Extra-Meilen

Neue MiFID II-Richtlinie - das müssen Sie wissen.

Viele neue Regelungen beim Anlegerschutz.
Foto: Jürgen Priewe - Fotolia.com

Eines der Kernelemente der Richtlinie ist der Anlegerschutz. Zu diesem Zweck führt die Richtlinie eine ganze Reihe neuer organisatorischer Anforderungen ein. Die wichtigsten davon wollen wir Ihnen in den kommenden Monaten vorstellen. Sie betreffen vor allem die Anlageberatung, die Dokumentation der von uns erbrachten Dienstleistungen und die Qualität der Auftragsausführung.

Aufwändigere Prüfung für Privatanleger


Im Einzelnen drehen sich die neuen Regelungen beim Anlegerschutz um vier große Blöcke:
•    Zunächst geht es um die Eignung. Es muss geprüft werden, ob eine Anlageempfehlung im Rahmen der Markterwartungen zum Risikoprofil eines Anlegers passt und ob sie für ihn geeignet ist.
•    Weiterhin wird die Angemessenheit geprüft. Dabei geht es um die Frage, ob der Anleger den erforderlichen Hintergrund und die nötige Erfahrung mitbringt, um eine Anlageempfehlung auch wirklich zu verstehen.
•    Weiterhin verpflichtet MiFID II die Banken zur sogenannten „besten Ausführung“. Dies bedeutet, dass wir die Handelsplätze auswählen müssen, die für unsere Kunden dauerhaft das beste Ergebnis bieten – und zwar bezüglich Kosten, Wahrscheinlichkeit und Schnelligkeit der Ausführung.
•    Der letzte große Block betrifft die Dokumentation und Archivierung. Künftig müssen Finanzmarktgeschäfte so dokumentiert und auch archiviert werden, dass anhand der Aufzeichnungen nachgewiesen werden kann, dass die einschlägigen MiFID-Maßgaben eingehalten wurden.

Bei Wertpapiergeschäften mit professionellen Anlegern werden die ersten beiden Themen (Eignung und Angemessenheit) eine weniger prominente Rolle spielen.

Für Sie als Privatkunden können die Schutzmaßnahmen jedoch dazu führen, dass die Handhabung von Wertpapiergeschäften etwas umständlicher wird. Auch wenn dies von Ihnen als lästig empfunden werden kann: So ist es künftig vorgeschrieben.

Ein kleines Beispiel dafür ist die "Verlusttragfähigkeit": Sie wird im Rahmen der Geeignetheitsprüfung beurteilt und bedeutet, dass vor einem Wertpapiergeschäft geprüft wird, welchen Verlust ein Anleger tragen kann.

Gut gemeint ist es ja…

Verkürzt gesagt, kann ein Anleger bislang im Wesentlichen selbst darüber bestimmen, welches Risiko er bereit ist, einzugehen. Seine Bank muss ihn über Art und Umfang der Risiken jedoch aufgeklärt haben.

Die neue Regelung schützt nun aber auch den möglicherweise zu optimistischen Anleger vor sich selbst. Das bedeutet, dass nicht mehr der Anleger bestimmt, wie risikoreich ein Wertpapiergeschäft für ihn sein darf. Wir als Bank prüfen künftig, ob Sie als Anleger in der Lage wären, den unter Umständen aus einem Wertpapier drohenden Verlust zu verkraften - ohne bleibende Schäden in Ihrer Vermögensstruktur zu hinterlassen.

Da wir tatsächlich immer wieder die Erfahrung gemacht haben, dass manche Anleger etwas zu optimistisch sind oder zu lang an ein einmal getätigtes Investment glauben, halten wir das grundsätzlich für positiv.

Was es im Alltag umständlich machen kann, ist der Umstand, dass diese Prüfung vor jedem Wertpapiergeschäft durchgeführt werden muss. Und das kann gerade bei Anlegern, die aktiv an den Märkten sind, zu einer zeitaufwändigen Pflichtübung werden.

Für die beschriebene Abfrage von Kundeninformationen sind auch die bisherigen Fragebögen nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) nicht mehr ausreichend. Ihre Beraterin bzw. Ihr Berater wird daher demnächst schon mit neuen WpHG-Bögen auf Sie zukommen, die den künftigen Anforderungen entsprechen.

Weiterführende Informationen zum Thema finden Sie auf der Website der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).