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Ein Zielmarkt für jeden Kunden

Was die neue Zielmarktregelung bedeutet.

Negativer oder positiver Zielmarkt? Entscheidend für die Einteilung ist ein Abgleich zwischen der Kundenausprägung und den Zielmarkt-Kriterien. Foto: Jürgen Priewe/Fotolia.com

Die neue MiFID II-Richtlinie verpflichtet die Hersteller von Finanzinstrumenten ebenso wie ihre Verkäufer, einen sogenannten Zielmarkt zu definieren. Dieser Zielmarkt beschreibt idealtypisch diejenigen Anleger, an die sich das Finanzinstrument richtet.

Die künftige Praxis

Jedes Finanzinstrument wird ab Januar 2018 nach folgenden Kriterien in einen Zielmarkt eingestuft:

-    Kundenkategorie
-    Risikoindikator (Risikoklasse)
-    Finanzielle Verlusttragfähigkeit
-    Anlageziele
-    Kenntnisse und Erfahrung
-    Anlagehorizont
-    Vertriebsstrategie (beratungsfreies Geschäft/Beratung)

Die Zielmarktregelung unterscheidet außerdem zwischen einem sogenannten „positiven“ und einem „negativen“ Zielmarkt.

Negativer oder positiver Zielmarkt?

Entscheidend für die Einteilung ist ein Abgleich zwischen der Kundenausprägung und den Zielmarkt-Kriterien:

-    positiver Zielmarkt: Kundenausprägung innerhalb der einzelnen Zielmarkt-Kriterien
-    nicht-positiver Zielmarkt: Kundenausprägung außerhalb eines oder mehrerer Zielmarkt-Kriterien
-    Kundenausprägung liegt im negativen Zielmarkt

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) legt fest, dass Käufe außerhalb des positiven Zielmarkts zwar nicht verboten sind, durch die individuellen Umstände des jeweiligen Falls aber gerechtfertigt sein müssen. Entscheidend ist hier die Geeignetheitsprüfung. Über die Geeignetheitsprüfung haben wir bereits in der Ausgabe Oktober des Newsletters berichtet.

Aufträge in einem Finanzinstrument mit einem negativen Zielmarkt sind bei Übereinstimmung mit den Kundenausprägungen i. d. R. nicht auszuführen.

Auch für einen positiven Zielmarkt gilt: Je komplizierter ein Finanzinstrument ist, desto intensiver fällt der Überprüfungsprozess aus. Handelt es sich um ein einfaches weiterverbreitetes Finanzinstrument, ist der Prozess dementsprechend weniger aufwendig.

Neue Fragebögen nach dem Wertpapierhandelsgesetz

In Zukunft werden wir uns als Bank daher noch intensiver mit den Kundengruppen und den Finanzinstrumenten auseinandersetzen müssen. Dabei geht es besonders um die Frage des Verlustrisikos und die Sicherheit der Anlage.

Die bisherigen Fragebögen nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sind für die dann erforderlichen Kundeninformationen übrigens nicht mehr ausreichend. Darüber haben wir bereits im zweiten Teil unserer „MiFID II-Richtlinien-Reihe" berichtet. Ihr Berater wird daher demnächst schon mit neuen WpHG-Bögen auf Sie zukommen bzw. Sie haben die neuen WpHG-Bögen bereits erhalten, die den künftigen Anforderungen entsprechen.

Bitte wenden Sie sich an Ihren Berater für eine genauere Erläuterung.