Frauen und Vermögen

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Das Wichtigste in Kürze

  • Frauen sind bei großen Vermögen heute noch unterrepräsentiert, unter anderem aufgrund von Erwerbsunterbrechungen, Teilzeitarbeit und einer weiterhin ungleichen Verteilung von Sorgearbeit.

  • In den kommenden Jahren wird sich die Vermögensverteilung spürbar verändern, da die größte Vermögensübertragung der deutschen Geschichte stattfindet und Frauen zunehmend Vermögen erben, verwalten und selbst aufbauen.

  • Neben Erbschaften tragen auch Unternehmertum und Führungspositionen dazu bei, dass immer mehr Frauen eigenständig Vermögen schaffen und finanzielle Entscheidungen aktiv gestalten.

  • Die Finanzplanung von Frauen folgt häufig anderen Schwerpunkten, etwa einem langfristigen Anlagehorizont, einer disziplinierten Vermögensstruktur und der Frage, welche Ziele das Vermögen im Leben ermöglichen soll.

  • Frühe Einbindung in die eigenen Finanzentscheidungen stärkt die finanzielle Unabhängigkeit und hilft, Vermögen, Vorsorge und Nachfolge langfristig selbstbestimmt zu gestalten. 

Frauen und Vermögen: Warum die kommenden Jahre alles verändern

Über Vermögen zu sprechen, fällt vielen Frauen noch immer schwerer als über fast jedes andere Thema. Das hat weniger mit mangelndem Interesse zu tun als mit einer langen Geschichte, in der die Vermögensplanung selbstverständlich in männlicher Hand lag – im Elternhaus, in der Ehe, im Gespräch mit der Bank. Diese Selbstverständlichkeit löst sich nach und nach auf. Nicht mit einem Knall, sondern leise und dafür umso nachhaltiger. Frauen werden in den kommenden zwei Jahrzehnten einen Teil des privaten Vermögens in Deutschland kontrollieren, wie es ihn in dieser Größenordnung noch nie gab. Wer das früh versteht, trifft heute die besseren Entscheidungen.

Ein Ausgangspunkt, der ehrlich benannt werden muss

Beginnen wir nicht mit dem Wunschbild, sondern mit den Daten. In den oberen Vermögenssegmenten sind Frauen in Deutschland bislang klar unterrepräsentiert: Unter den reichsten zehn Prozent der Erwachsenen sind laut einer Auswertung von Finanzwende Recherche auf Basis des Sozio-ökonomischen Panels nur 42 Prozent weiblich, in der wohlhabenden Mitte 47 Prozent (Finanzwende Recherche, 2025). Umgekehrt stellen Frauen 54 Prozent der vermögensärmeren Bevölkerungshälfte. Der Abstand ist also real, und er ist am oberen Ende am größten.

Die Gründe dafür sind bekannt und strukturell: unterbrochene Erwerbsbiografien, Teilzeitarbeit, der fortbestehende Gehaltsunterschied und eine ungleiche Verteilung der Sorgearbeit. Sie führen dazu, dass Frauen über das Erwerbsleben hinweg weniger anlegen können – und im Alter häufiger eine Vorsorgelücke tragen. Deutsche Bank und DWS sprechen in ihrem Altersvorsorge-Report 2025 sogar von einer "doppelten Vorsorgelücke" bei Frauen (Deutsche Bank, 2026). Das ist kein Randthema. Es ist der Hintergrund, vor dem sich die kommende Entwicklung abspielt.

Warum sich das Bild jetzt dreht

Zwei Kräfte verschieben die Verhältnisse gleichzeitig.

Die erste ist die größte Vermögensübertragung, die Deutschland je gesehen hat. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung schätzt das jährlich vererbte und verschenkte Vermögen auf rund 400 Milliarden Euro – annähernd so viel, wie der Bundeshaushalt 2026 mit etwa 520 Milliarden Euro insgesamt umfasst. Allein die steuerlich veranlagten Übertragungen erreichten 2023 mit 121,5 Milliarden Euro einen Rekordwert, fast 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Wirtschaftswundergeneration gibt ihr Vermögen weiter – und weil Frauen im Schnitt länger leben, läuft ein erheblicher Teil dieser Werte zunächst durch ihre Hände. Oft zweimal: einmal beim Erbe der Elterngeneration, einmal beim Verlust des Partners.

Die zweite Kraft ist der eigene Aufbau. Frauen gründen Unternehmen, führen sie, verkaufen sie und bauen aus eigener Kraft Vermögen auf. Der Anteil von Frauen in den obersten Führungspositionen der deutschen Privatwirtschaft lag 2022 bei 28 Prozent – ausbaufähig, aber deutlich höher als noch vor einer Generation. Vermögen, das nicht geerbt, sondern erarbeitet wurde, bringt fast immer ein anderes Selbstverständnis mit sich: den Wunsch, mitzugestalten, statt zu delegieren.

 

Was das für die Finanzplanung bedeutet

Hier liegt der eigentliche Punkt, und er ist mehr als eine Frage der Statistik. Vermögen, das zu Frauen fließt, wird oft anders gehalten und anders eingesetzt als das der Vorgängergeneration. Studien zeigen wiederholt, dass Frauen tendenziell einen längeren Anlagehorizont haben, seltener in Hektik umschichten und stärker darauf achten, wofür ihr Kapital arbeitet. Das ist kein "weicherer" Zugang zur Geldanlage – es ist häufig der diszipliniertere.

Zugleich stellen sich in dieser Lebensrealität andere Fragen. Reicht das Vermögen über eine womöglich längere Lebensspanne? Wie lässt sich ein Erbe verwalten, das plötzlich und in einer emotional belastenden Situation angetreten wird? Wie bereitet man die nächste Generation vor, ohne sie zu bevormunden? Diese Fragen verlangen weniger nach einem Produkt als nach einem Gespräch, das bei den eigenen Zielen ansetzt und nicht bei einer vorgefertigten Lösung.

Für die Finanzbranche heißt das: Der bisherige Zuschnitt – Ansprache, Themen, Sprache – passt an vielen Stellen nicht mehr. Eine Beratung, die Frauen ernst nimmt, beginnt nicht mit der Rendite, sondern mit der Frage, was dieses Vermögen im Leben der Kundin ermöglichen soll.

Der wichtigste Schritt ist der Erste

Man muss nicht auf das Erbe oder den Unternehmensverkauf warten, um sich mit dem eigenen Vermögen zu befassen. Im Gegenteil: Wer sich früh einbindet, entscheidet später souveräner – und ist nicht auf das Urteil anderer angewiesen, wenn es darauf ankommt. Die Verschiebung, die sich gerade vollzieht, ist eine Chance. Sie wird denen gehören, die sie aktiv gestalten.

Genau an diesem Punkt setzen wir bei Merck Finck unsere Arbeit an. Als eine der ältesten Privatbanken Deutschlands begleiten wir Familien und Unternehmerinnen über Generationen hinweg – nicht mit Standardlösungen, sondern mit einem Zuhören, das bei Ihren Zielen beginnt. Wenn Sie das Gespräch über Ihr Vermögen selbst in die Hand nehmen möchten, sind wir gern Ihre Gesprächspartnerin.

 

Hinweis: Jeder Hinweis auf die Portfoliopositionierung bezieht sich auf unsere Kernportfolios mit Verwaltungsvollmacht. Kunden mit maßgeschneiderten oder beratenden Portfolios sollten sich bei ihrem Kundenberater über ihre aktuelle Positionierung. informieren. 

Bildhinweis: Das verwendete Bild wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) generiert.

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