Markt- und Investment-Update 03. August 2026

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Das Wichtigste in 30 Sekunden: 

  • Die geopolitischen Spannungen bleiben hoch, obwohl die erneuten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran darauf hindeuten, dass die Diplomatie weiterhin der bevorzugte Weg ist. Angesichts der bevorstehenden US-Zwischenwahlen setzt die Trump-Regierung unserer Ansicht nach jedes Interesse daran, einen möglichst eleganten Ausweg aus einem Konflikt zu finden, der in den USA nach wie vor weitgehend unpopulär ist. 

  • Höhere Energiepreise könnten zu einem anhaltenderen Inflationsdruck führen. Wir erwarten, dass die Federal Reserve, die Bank of England und die Bank of Japan ihre Leitzinsen noch vor Jahresende anheben werden.  

  • Das KI-Thema bleibt aktuell, doch legen Anleger größeren Wert auf Gewinne und Bewertungen als auf reines Wachstum. 

GLOBALE MÄRKTE
Warum ist das Vertrauen brüchiger geworden? 

Weite Teile dieses Jahres stützten robustes Wachstum, solide Gewinne, sinkende Energiepreise und anhaltende Begeisterung für KI die Märkte. Diese Treiber sind nicht verschwunden. Allerdings wägen Anleger nun ein breiteres Spektrum an Risiken ab, was erklärt, warum die Märkte in den vergangenen Wochen volatiler geworden sind.

Die geopolitische Lage bleibt unsicher. Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie Beeinträchtigungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus haben die Sorgen um die Energieversorgung und höhere Ölpreise wieder aufleben lassen. Anhaltend hohe Ölpreise könnten die Inflation auf einem hohen Niveau halten und den Spielraum der Notenbanken für Leitzinssenkungen einschränken. Die Märkte reagierten jedoch positiv auf Anzeichen darauf, dass die Diplomatie weiterhin der bevorzugte Weg ist, nachdem Präsident Trump bekannt gegeben hatte, dass die Verhandlungen mit dem Iran wieder aufgenommen wurden – dies stützte US-Aktien und entlastete die Ölpreise.

Die Anleger stellen sich zudem auf ein weniger vorhersehbares politisches Umfeld ein. Die Intervention der USA zur Stützung des japanischen Yen macht deutlich, dass die politischen Entscheidungsträger die Devisenmärkte zunehmend als weiteres Instrument zur Beeinflussung der finanziellen Rahmenbedingungen nutzen könnten, was potenzielle Auswirkungen auf die globalen Kapitalströme hätte.

Eine weitere Unsicherheitsquelle geht vom KI-Sektor aus. Die Nachfrage nach Chips, Rechenzentren und digitaler Infrastruktur bleibt stark, doch die Anleger werden selektiver. Der Fokus verlagert sich vom reinen Wachstum hin zu Rentabilität, Bewertungen und Kapitalrenditen.

Insgesamt machen diese Entwicklungen die Märkte anspruchsvoller als noch zu Beginn des Jahres. Das Gesamtbild bleibt jedoch positiv. Das Wirtschaftswachstum hält an, die Unternehmensgewinne steigen weiter, und die KI-Investitionen bleiben hoch.  


NOTENBANKEN

Warum ist politische Unsicherheit von Bedeutung?  

Die Notenbanksitzungen der vergangenen Woche bestätigten, dass die Geldpolitik nach wie vor ein wichtiger Markttreiber ist. Die Federal Reserve (Fed), die Europäische Zentralbank (EZB), die Bank of England (BoE) wie auch die Bank of Japan (BoJ) ließen ihre Leitzinssätze unverändert, was von den Märkten weitgehend erwartet wurde. Der wichtigere Faktor war jedoch, wie wenig Orientierung die Notenbanken hinsichtlich des künftigen geldpolitischen Kurses gaben. 

In den USA hat Fed-Chef Kevin Warsh weniger Hinweise auf den künftigen Zinskurs gegeben, als es die Anleger von der früheren Führung gewohnt waren. Für Anleger ist dies von Bedeutung, da sich die Märkte oft ebenso sehr von Erwartungen wie von tatsächlichen Entscheidungen leiten lassen. Je weniger Klarheit der Markt über die künftige Geldpolitik hat, desto empfindlicher kann er auf Wirtschaftsdaten und unerwartete Entwicklungen reagieren.

Diese Dynamik zeigte sich vergangene Woche an den Rentenmärkten. Sie begrüßten zunächst, dass die Fed von einer sofortigen Zinserhöhung absah, doch die Stimmung schlug schnell um, als die Anleger Schwierigkeiten hatten, den nächsten Schritt der Fed einzuschätzen. Dies trieb die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen kurzzeitig auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten, bevor sie am Freitag wieder etwas nachgab.

Wir halten an unserer Einschätzung fest, dass die Fed ihre Leitzinsen noch vor Jahresende um einen Viertelprozentpunkt anheben und damit in einen Bereich von 3,75 % bis 4 % bringen wird.


AKTIENMÄRKTE
Wird die KI zum Opfer ihres eigenen Erfolgs?   

KI bleibt einer der wichtigsten Treiber der globalen Finanzmärkte. Die jüngsten Entwicklungen bei asiatischen Halbleiteraktien deuten jedoch darauf hin, dass Anleger allmählich bezweifeln, ob die Erwartungen nicht zu hochgesteckt sind.

Mehrere Unternehmen meldeten außergewöhnlich starke Gewinne, mussten dennoch Kursverluste hinnehmen. Die Debatte dreht sich nicht mehr darum, ob das Wachstum stark ist, sondern ob es stark genug ist, um die aktuellen Aktienkurse zu rechtfertigen.

Auch der Wettbewerb verschärft sich. Neben etablierten US-Technologieunternehmen entwickeln chinesische Wettbewerber immer leistungsfähigere und kostengünstigere Alternativen, wodurch die künftigen Margen und die Preissetzungsmacht stärker unter Druck geraten.

Wichtig ist, dass der Investitionszyklus im Bereich der KI weiter intakt ist. Die Nachfrage nach Halbleitern, Rechenleistung und digitaler Infrastruktur wächst weiter, und die Vorteile der KI breiten sich zunehmend über den Technologiesektor hinaus auf Bereiche wie Industrie, Versorger und Energie aus.

Die nächste Phase der KI-Entwicklung könnte zunehmend davon abhängen, welche Unternehmen Investitionen in nachhaltige Gewinne umwandeln. Vor diesem Hintergrund bleiben wir bei Aktien leicht übergewichtet, einschließlich der Schwellenländer, wo die Bewertungen relativ günstig bleiben. Innerhalb der Industrieländer bevorzugen wir weiterhin US-Aktien im Rahmen eines gleichgewichteten Branchenansatzes. 

 

DIESE WOCHE
Fokus auf Arbeitsmarktdaten und Konjunkturindikatoren   

Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf Konjunkturdaten, die weitere Hinweise auf Wachstum, Inflation und die Zinsaussichten liefern könnten.

In den Vereinigten Staaten steht der am Freitag erscheinende Beschäftigungsbericht im Mittelpunkt. Die Märkte werden sowohl die Zahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze als auch die Arbeitslosenquote genau beobachten, um Anzeichen dafür zu erkennen, ob sich der Arbeitsmarkt abkühlt oder weiterhin Widerstandsfähigkeit zeigt. Stärkere oder schwächere Zahlen als erwartet könnten die Markterwartungen hinsichtlich der künftigen Zinssätze beeinflussen. 

In Europa werden die Anleger ihr Augenmerk auf die Konjunktur im Dienstleistungssektor richten. Die endgültigen Daten zu den vorläufig gut ausgefallenen Einkaufsmanagerindizes für den Euroraum und Deutschland, wo auch das jüngste Ifo-Geschäftsklima Anlass zur Hoffnung gab, werden nach einem schwierigen ersten Halbjahr einen aktuellen Überblick über die Konjunkturentwicklung liefern. 

Die zentrale Frage lautet, ob diese Risiken groß genug sind, um die allgemeinen Aussichten für Wachstum, Inflation und Gewinne zu verändern. Derzeit reagieren die Märkte weiterhin sehr empfindlich auf neue Daten. 



Hinweis: Jeder Hinweis auf die Portfoliopositionierung bezieht sich auf unsere Kernportfolios mit Verwaltungsvollmacht. Kunden mit maßgeschneiderten oder beratenden Portfolios sollten sich bei ihrem Kundenberater über ihre aktuelle Positionierung informieren.  

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