Markt- und Investment-Update 14. September 2026
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Was Sie in 30 Sekunden wissen müssen:
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Die US-Inflationsdaten und die gestiegenen Ölpreise haben die Erwartungen verstärkt, dass die Zinsen länger auf einem höheren Niveau bleiben könnten, was den Druck auf Staatsanleihen aufrechterhält.
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Die Aktienmärkte haben sich weiterhin widerstandsfähig gezeigt, doch die Unternehmensgewinne rücken zunehmend in den Fokus, da höhere Anleiherenditen die Bewertungen schwerer zu rechtfertigen machen.
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Die aktuellen Entwicklungen stützen unsere vorsichtige Einschätzung zu US-Staatsanleihen und rechtfertigen für sich genommen keine Änderung unserer Positionierung.
RENTENMÄRKTE
Inflation und Renditen steigen
Der US-Inflationsbericht für August zeichnet ein gemischtes Bild. Die jährliche Gesamtinflation blieb bei 3,4 %, während die Kerninflation (ohne volatile Posten wie Lebensmittel und Energie) leicht auf 2,4 % nachgab. Der monatliche Anstieg der Kerninflation um 0,3 % übertraf jedoch die Erwartungen, was auf einen erneuten Druck unter der Oberfläche hindeutet.
Unserer Ansicht nach spricht dies zusätzlich für eine Leitzinserhöhung der US-Notenbank (Fed) diese Woche und untermauert die Erwartungen, dass die Zinsen länger auf einem höheren Niveau bleiben könnten.
Der Bericht stützt unsere bereits veröffentlichte Erwartung einer Zinserhöhung durch die Fed, doch die Signale für die Zeit nach September könnten sich als ebenso wichtig erweisen wie die unmittelbare Entscheidung.
Die relativ verhaltene Reaktion der Renditen längerfristiger US-Staatsanleihen nach der Veröffentlichung der Inflationsdaten deutet darauf hin, dass ein Großteil der Anpassung bereits stattgefunden hatte. Die Renditen der G10-Länder stiegen auf breiter Front, wobei die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen im Wochenverlauf um rund 18 Basispunkte zulegte. Die erneute Stärke der Ölpreise verstärkte die Sorgen um die Inflation und eine weitere geldpolitische Straffung.
Der Ölpreis näherte sich am Freitag der Marke von 110 US-Dollar pro Barrel, bevor er etwas nachgab, da Berichte über Bemühungen zur Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus für eine gewisse Entlastung sorgten. Trotz des Rückgangs lag der Ölpreis im Wochenverlauf weiterhin rund 10 % höher als zuvor.
Zu Beginn der Woche zeichnete sich jedoch ein interessanter Kontrast ab. Die Inflationsswaps mit einjähriger Laufzeit lagen bei etwa der Hälfte des Niveaus, das im März zu verzeichnen war, als der Ölpreis erstmals 100 US-Dollar pro Barrel erreichte. Dies deutet darauf hin, dass die Anleger einen geringeren Inflationsschock einpreisten als zu Beginn des Iran-Konflikts.
Europa hat bereits reagiert. Am Donnerstag kündigte die Europäische Zentralbank (EZB) eine Anhebung ihres Einlagensatzes um einen Viertelpunkt auf 2,5 % an und veröffentlichte Prognosen, wonach die Inflation bis 2028 über dem Zielwert bleiben wird. Politische Entscheidungen werden weiterhin davon abhängen, wie die Volkswirtschaften den anhaltenden Preisdruck gegen das Risiko eines schwächeren Wachstums abwägen.
Energie ist nicht der einzige Einflussfaktor auf die Rentenmärkte. Die verhaltene Reaktion des Marktes auf die jüngste Rückkaufaktion von US-Staatsanleihen hat die Grenzen der staatlichen Unterstützung deutlich gemacht. Zwar können Rückkäufe die Anleihekurse stützen, doch können sie die zugrunde liegenden fiskalischen und inflationsbezogenen Risiken nicht beseitigen. Das bedeutet, dass sie allein kaum die Richtung der Anleihemärkte ändern dürften.
Für Anleger sind höhere Anleiherenditen bedeutend, da sie risikoärmere Anlagen attraktiver machen, was Druck auf die Aktienbewertungen ausüben kann. Eine Rendite von 5 % bei US-Staatsanleihen ist jedoch nicht unbedingt ein Wendepunkt. Die Geschwindigkeit und die Ursache des Anstiegs sowie der Trend der Unternehmensgewinne sind wichtiger als die Zahl an sich.
Die besser als erwarteten Ergebnisse von Oracle haben zudem deutlich gemacht, dass die Unternehmensgewinne in einigen Bereichen weiterhin positiv wirken, insbesondere in den Bereichen Cloud-Computing und KI-Infrastruktur.
POSITIONIERUNG
Konstruktiv, mit verstärktem Fokus auf die Unternehmensgewinne
Unsere kürzlich veröffentlichte „Counterpoint“-Positionierung bildet den Ausgangspunkt: eine moderate Übergewichtung von Aktien, eine Präferenz für US- und Schwellenländerpapiere, Vorsicht bei US-Staatsanleihen und eine Übergewichtung von Gold.
Die jüngsten Entwicklungen ändern nichts Wesentliches an unserer Anlageeinschätzung. Sie bestärken uns in unserer vorsichtigen Haltung gegenüber US-Staatsanleihen und erhöhen die Bedeutung der Unternehmensgewinne für den Aktienausblick. Ein anhaltenderer Anstieg der Inflation, ein starker Anstieg der Renditen oder eine Verschlechterung der Gewinnerwartungen würden jedoch stärkere Gründe liefern, die Risikobilanz neu zu bewerten.
DIESE WOCHE
Notenbanken im Fokus
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Entscheidungen der Fed, der Bank of England und der Bank of Japan. Nach den festeren US-Inflationsdaten rechnen die Märkte zunehmend mit einer Leitzinserhöhung der Fed am Mittwoch, wobei die Hinweise auf weitere Schritte wahrscheinlich ebenso wichtig sein werden. In Großbritannien deuten die Marktpreise auf eine Wahrscheinlichkeit von rund 70 % hin, dass die dortigen Leitzinsen unverändert bleiben, wobei die Unsicherheit im Vorfeld der britischen Haushaltsplanung im Oktober den politischen Entscheidungsträgern Anlass gibt, abzuwarten. In Japan halten die Märkte einen Zinsschritt um einen Viertelpunkt nach oben für sehr wahrscheinlich, wobei das Augenmerk auf Signale zum Tempo der weiteren Straffung gerichtet ist.
Die Daten zur britischen Inflation und zu den Einzelhandelsumsätzen in den USA werden weitere Einblicke in den Inflationsdruck und die Widerstandsfähigkeit der Verbraucher liefern. Auch die Einzelhandelsumsätze und die allgemeinen Konjunkturdaten aus Festlandchina werden genau beobachtet, um das Gleichgewicht zwischen Binnennachfrage und exportgetriebenem Wachstum einzuschätzen. Hierzulande stehen morgen die ZEW-Konjunkturerwartungen der Finanzexperten im Fokus, bevor kommenden Sonntag die Wahlausgänge in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin inklusive der politischen Diskussion dazu nicht nur am Frankfurter Parkett Thema sein dürften.
Hinweis: Jeder Hinweis auf die Portfoliopositionierung bezieht sich auf unsere Kernportfolios mit Verwaltungsvollmacht. Kunden mit maßgeschneiderten oder beratenden Portfolios sollten sich bei ihrem Kundenberater über ihre aktuelle Positionierung informieren.
*Die dem vorliegenden „Markt- und Investment Update“ zugrundeliegenden Informationen stammen aus Medienberichten, öffentlich zugänglichen Unternehmensberichten und den gesondert angegebenen Quellen. Die Quellen wurden von Merck Finck auf der Basis ihrer professionellen Einschätzung als verlässlich gewertet. Merck Finck kann jedoch keine Haftung für die Korrektheit und Vollständigkeit der Informationen übernehmen. Die dargestellten Annahmen, möglichen Entwicklungen und Meinungen stellen Merck Fincks professionelles Urteil zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des „Markt- und Investment Update“ dar und unterliegen der Möglichkeit der jederzeitigen Änderung, ohne dass dies zu einer entsprechenden Veröffentlichung führen muss Der „Markt- und Investment Update“ stellt in keinster Weise ein Angebot, eine Aufforderung oder eine Empfehlung zum Erwerb oder Verkauf eines Finanzinstrumentes oder der Beauftragung einer Finanzdienstleistung dar. Merck Finck weist daraufhin, dass Finanzanlagen das Risiko des vollständigen Kapitalverlustes innewohnen kann. Der Anleger sollte ausschließlich in Finanzanlagen investieren, deren Risiken er auf Basis seiner Erfahrungen und Kenntnisse verstehen kann und diese zu tragenerfinanziell bereit und in der Lage ist. Vor einer Investition in einzelne Finanzinstrumente bzw. der Beauftragung von Finanzdienstleistungen sollte unbedingt professioneller Rat eingeholt werden. Copyright © 2026: MERCK FINCK A QUINTET PRIVATE BANK (EUROPE) S.A. branch

