Volatile Geopolitik und Märkte sprechen für Diversifizierung
Die jüngsten Ereignisse rund um Grönland zeigen, wie unvorhersehbar die geopolitische Lage heutzutage ist:
Nur wenige Stunden, nachdem er in Davos eine militärische Option ausgeschlossen hatte, kündigte US-Präsident Donald Trump nach Gesprächen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte einen „Rahmen für ein künftiges Abkommen” an. Der Plan sieht Berichten zufolge vor, dass die USA ihre Militärstützpunkte in Grönland ausbauen und der US-Präsident ein Mitspracherecht bei wichtigen Investitionsentscheidungen dort erhält, und dass er daher neue Zölle auf europäische Produkte aussetzt. Auch wenn sich die Handelsspannungen damit offenbar
entschärfen, könnten diese Maßnahmen die Souveränität Dänemarks infrage stellen, sodass erneute Spannungen möglich bleiben.
Die Lehre daraus ist, dass diese starken Veränderungen in politischen Ansichten, politischen Ereignissen und geopolitischen Überlegungen eines unserer Grundprinzipien untermauern: Nicht aufgrund
von Schlagzeilen handeln. Wir halten an einem breit diversifizierten Portfolio fest, da wir glauben, dass dies der widerstandsfähigste Weg ist, um mit der kurzfristigen Volatilität in der heutigen geopolitisch fragmentierten Welt umzugehen, wie in unserem
Counterpoint 2026 Investment Outlook dargelegt.
Global | Die Wachstumsaussichten verbessern sich weiter, Erwartungen steigen
Trotz geopolitischer Unruhen gewinnt die Weltwirtschaft an Dynamik. Der Internationale Währungsfonds hat seine globale Wachstumsprognose für 2026 aufgrund besserer Erwartungen für die USA und China auf 3,3 % angehoben. Dies stützt unsere konstruktive Einschätzung: Der Himmel klart auf, auch wenn noch geopolitische Wolken bestehen.
Wir bleiben bei Aktien leicht übergewichtet und konzentrieren uns dabei auf Schwellenländer wie China, die USA und - in geringerem Maße - Europa. Aktuelle Konjunkturdaten stützen diese Einschätzung. Die Einkaufsmanagerindizes der Eurozone blieben im Januar stabil, wobei Deutschland eine gewisse Stärke zeigte – obwohl das Ifo-Geschäftsklima diesen Monat zum dritten Mal in Folge nicht stieg. Besonders positiv überraschten die britischen Einkaufsmanagerindizes. Die Inflation im Vereinigten Königreich stieg auf 3,3 %, aber die Kerninflation blieb mit 3,2 % auf dem niedrigsten Stand seit einem Jahr. Dies verringert den Druck auf die Bank of England, die Zinsen in diesem Quartal zu senken.
Die Anleihemärkte zeigten ein anderes Bild. Die langfristigen Renditen stiegen stark an, angeführt von Japan. Die Bank of Japan beließ ihre Leitzinsen unverändert, doch die Rendite zweijähriger Staatsanleihen kletterte dort zum ersten Mal seit der globalen Finanzkrise über 1 %. Die Rendite 30-jähriger japanischer Staatspapiere stieg kurzzeitig sogar um 27 Basispunkte auf fast 4 %, nachdem Finanzminister Satsuki Katayama mit seinen Äußerungen zur Senkung der Verbrauchssteuer fiskalische Bedenken ausgelöst hatte. Vor diesem Hintergrund behalten wir unsere Untergewichtung in Anleihen bei. Kürzlich hatten wir unsere Position in japanischen Staatsanleihen geschlossen.
Diese Woche | Fed hält US-Leitzinsen unverändert, Stimmung im Fokus
Der Markt geht davon aus, dass die US-Notenbank (Fed) am Mittwoch die amerikanischen Leitzinsen unverändert belassen wird, da die Inflation weiterhin über dem Zielwert liegt und die Wirtschaft robust bleibt. Die Märkte rechnen erst im Juni mit der nächsten Fed-Zinssenkung. Bis dahin wird Jerome Powell als Fed-Chef abgelöst worden sein. Laut Finanzminister Scott Bessent könnte Präsident Trump bereits diese Woche oder kurz danach einen Nachfolger für Powell nominieren.
Neben geopolitischen Entwicklungen und Quartalszahlen der Unternehmen, darunter einige der größten US-Technologieunternehmen, stehen diese Woche Stimmungsdaten im Mittelpunkt. Wir gehen davon aus, dass das Verbrauchervertrauen in den USA leicht gestiegen ist, während das Wirtschaftsvertrauen in der Eurozone wahrscheinlich stabil bleibt.
Hinweis: Jeder Hinweis auf die Portfoliopositionierung bezieht sich auf unsere Kernportfolios mit Verwaltungsvollmacht. Kunden mit maßgeschneiderten oder beratenden Portfolios sollten sich bei ihrem Kundenberater über ihre aktuelle Positionierung. informieren.
*Die dem vorliegenden „Markt- und Investment Update“ zugrundeliegenden Informationen stammen aus Medienberichten, öffentlich zugänglichen Unternehmensberichten und den gesondert angegebenen Quellen. Die Quellen wurden von Merck Finck auf der Basis ihrer professionellen Einschätzung als verlässlich gewertet. Merck Finck kann jedoch keine Haftung für die Korrektheit und Vollständigkeit der Informationen übernehmen. Die dargestellten Annahmen, möglichen Entwicklungen und Meinungen stellen Merck Fincks professionelles Urteilzum Zeitpunktder Veröffentlichung des „Markt- und Investment Update“ dar und unterliegen der Möglichkeit der jederzeitigen Änderung, ohne dass dies zu einer entsprechenden Veröffentlichung führen muss Der „Markt- und Investment Update“ stellt in keinster Weise ein Angebot, eine Aufforderung oder eine Empfehlung zum Erwerb oder Verkauf eines Finanzinstrumentes oder der Beauftragung einer Finanzdienstleistung dar. Merck Finck weist daraufhin, dass Finanzanlagen das Risiko des vollständigen Kapitalverlustes innewohnen kann. Der Anleger sollte ausschließlich in Finanzanlagen investieren, deren Risiken er auf Basis seiner Erfahrungen und Kenntnisse verstehen kann und diese zu tragenerfinanziell bereit und in der Lage ist. Vor einer Investition in einzelne Finanzinstrumente bzw. der Beauftragung von Finanzdienstleistungen sollte unbedingt professioneller Rat eingeholt werden. Copyright © 2025: MERCK FINCK A QUINTET PRIVATE BANK (EUROPE) S.A. branch



