Sie haben Ihr Unternehmen verkauft. Brauchen Sie ein Family Office?

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Das Wichtigste in Kürze

  • Nach einem Unternehmensverkauf stellt sich die Frage, wie das frei gewordene Vermögen langfristig strukturiert und verwaltet werden soll.

  • Ein eigenes Single Family Office wird häufig erst bei sehr großen Vermögen in Betracht gezogen. Als grobe Orientierung werden etwa 100 bis 250 Millionen Euro genannt.

  • Neben der Vermögenshöhe ist vor allem die Komplexität von Anlagen, Beteiligungen und Familienstruktur entscheidend.

  • Ein Multi Family Office, digitale Lösungen oder die Koordination über eine Privatbank können Alternativen zu einer eigenen Family-Office-Struktur sein.

  • Die passende Struktur muss nicht unmittelbar nach dem Unternehmensverkauf feststehen, sondern kann sich mit den Anforderungen der Familie und des Vermögens entwickeln.

Family Office nach dem Unternehmensverkauf: Was Sie wissen sollten

Nach dem Verkauf eines Unternehmens stellt sich vielen Gründerinnen und Gründern erstmals eine neue Aufgabe: nicht mehr aufzubauen, sondern zu bewahren und zu strukturieren.

Ein eigenes Single Family Office lohnt sich in Deutschland nach gängiger Einschätzung erst ab einem Vermögen von etwa 100 bis 250 Millionen Euro – darunter überwiegen die Fixkosten den Nutzen. Für viele Familien sind schlankere Alternativen sinnvoller: ein Multi Family Office, eine digitale Lösung oder eine Privatbank als koordinierender Ansprechpartner. Welche Struktur passt, hängt weniger vom Vermögen allein ab als von der Komplexität Ihrer Anlagen und Ihrer Familie.

Die vergangenen Jahrzehnte waren eine Zeit außergewöhnlicher Wertschöpfung. Zahlreiche Unternehmerinnen und Unternehmer haben Firmen gegründet, aufgebaut und schließlich verkauft. Auf den Verkauf folgt dann eine Aufgabe, die sich grundlegend von allem Vorherigen unterscheidet: Das Vermögen, das über Jahre im Unternehmen gebunden war, liegt nun frei verfügbar vor – und will klug verwaltet, bewahrt und über Generationen hinweg weitergegeben werden.

Viele Gründer investieren nach dem Verkauf zunächst dort weiter, wo sie sich auskennen: in Unternehmen und Beteiligungen, auf die sie Einfluss nehmen können. Das ist ein nachvollziehbarer Ausgangspunkt. Doch irgendwann ändern sich die Lebensumstände, und der Wunsch wächst, sich zurückzunehmen und das Vermögen professionell und breit gestreut aufzustellen. Spätestens dann stellt sich die Frage: Brauche ich ein Family Office?

 

Was ist ein Family Office und welche Aufgaben übernimmt es?

Family Offices gibt es in vielen Formen und Größen. Die größten der Welt beschäftigen Dutzende oder Hunderte Mitarbeiter, die sich um Anlageverwaltung, Nachfolge, Family Governance und Philanthropie kümmern. Die meisten aber sind bewusst schlank und diskret aufgestellt.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Modelle. Ein Single Family Office arbeitet ausschließlich für eine Familie und richtet seine gesamte Struktur an deren Interessen aus. Ein Multi Family Office betreut mehrere Familien gleichzeitig und verteilt die Kosten für Personal, Reporting und Governance auf mehrere Schultern. Zu den Kernaufgaben zählen in beiden Fällen die strategische Vermögensaufteilung, das Reporting, das Risikomanagement sowie die Koordination von Steuer-, Rechts- und Nachfolgethemen.

In Deutschland gibt es nach Angaben der Stiftung Familienunternehmen rund 400 Single Family Offices. Ihre Zahl wächst, denn mit steigenden Vermögen, häufigeren Generationenwechseln und zunehmender Komplexität in Fragen von Regulierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit steigt auch der Bedarf an professioneller Struktur.

 

Was kostet ein Family Office und ab welchem Vermögen lohnt es sich?

Ob sich ein eigenes Family Office lohnt, ist letztlich eine Frage des Verhältnisses von Kosten und Nutzen. Der Grund liegt in der Natur der Fixkosten: Personal, Infrastruktur und Reporting-Strukturen verursachen weitgehend feste Kosten, die bei kleineren Vermögen einen hohen Prozentsatz ausmachen und erst bei sehr großen Vermögen anteilig klein werden.

Als grober Richtwert gilt in Deutschland, dass ein Single Family Office erst ab einem Vermögen von etwa 100 Millionen Euro wirtschaftlich sinnvoll wird; viele Fachleute setzen die Schwelle sogar bei 250 Millionen Euro an. Der wesentliche Kostenblock sind die Gehälter: Ein Family Office beschäftigt hochqualifizierte Fachleute für Anlage, Steuern und Verwaltung, deren Vergütung sich schnell zu erheblichen Summen addiert.

Ob ein Family Office seinen Preis wert ist, hängt vor allem von der Komplexität Ihrer Verhältnisse ab. Wer ein großes, breit gestreutes Portfolio mit spezialisierten Beteiligungen an privaten Unternehmen hält, benötigt womöglich eigene Fachleute im Haus. Auch die Familienstruktur spielt eine Rolle: Wie viele Generationen sind beteiligt? Leben Familienmitglieder im Ausland? Besteht Konfliktpotenzial, etwa nach einer Scheidung? Je komplexer die Familie, desto eher zahlen sich ausgefeilte Governance-Strukturen wie ein Familienrat aus.

 

Welche Alternativen zu einem eigenen Family Office gibt es?

Wenn ein vollwertiges eigenes Family Office nicht das Richtige ist, gibt es eine Reihe schlankerer Lösungen, die viele derselben Funktionen zu deutlich geringeren Kosten erfüllen.

Die naheliegendste ist das Multi Family Office. Weil es die Kosten auf mehrere Familien verteilt, rechnet es sich nach Einschätzung von Fachleuten bereits ab einem Vermögen von etwa 15 bis 30 Millionen Euro. Daneben gibt es digitale Family-Office-Lösungen, die viele Aufgaben über eine Technologieplattform bündeln und die Zusammenarbeit mit Spezialisten koordinieren.

In der Praxis wählen viele Familien einen hybriden Weg: Sie behalten die wesentlichen Entscheidungen in der eigenen Hand und lagern einzelne Leistungen aus – strategische Vermögensaufteilung, Anlageverwaltung, Administration, Steuer- oder Rechtsberatung. Häufig übernimmt dabei ein zentraler Partner, etwa eine Privatbank, die koordinierende Rolle und stimmt die verschiedenen Spezialisten aufeinander ab – gewissermaßen als ausgelagerter Chefanleger, der die Vermögensaufteilung im Sinne der langfristigen Ziele steuert.

 

Wann ist ein eigenes Family Office sinnvoll?

Für die meisten Familien entwickeln sich diese Strukturen mit der Zeit, statt auf einen Schlag zu entstehen. Mit dem Vermögen und den Lebensumständen wachsen auch die Strukturen, die es tragen. Der Verkauf des Unternehmens ist dabei oft der Anlass, sich die Frage zum ersten Mal zu stellen – die Antwort darauf muss aber nicht sofort ein eigenes Family Office sein.

 

Family Office und Vermögensstruktur: Ihre Ansprechpartner bei Merck Finck

Ob ein Family Office oder eine seiner schlankeren Varianten das Richtige für Sie ist, gehört zu den Fragen, die uns Unternehmerfamilien am häufigsten stellen. Entscheidend ist am Anfang vor allem, den richtigen Partner an der Seite zu haben – einen, der die Erfahrung mitbringt, fundierte Entscheidungen zu ermöglichen, die Bandbreite, um das zu übernehmen, was Sie nicht selbst verwalten möchten, und das Urteilsvermögen, sich Ihren wandelnden Bedürfnissen anzupassen. Als eine der ältesten Privatbanken Deutschlands begleiten wir Unternehmerfamilien über Generationen hinweg. Wenn Sie erkunden möchten, welche Struktur nach dem Verkauf Ihres Unternehmens zu Ihnen passt, sprechen Sie mit Ihrer Beraterin oder Ihrem Berater bei Merck Finck.

 

Hinweis: Jeder Hinweis auf die Portfoliopositionierung bezieht sich auf unsere Kernportfolios mit Verwaltungsvollmacht. Kunden mit maßgeschneiderten oder beratenden Portfolios sollten sich bei ihrem Kundenberater über ihre aktuelle Positionierung. informieren. 

Ab welchem Vermögen lohnt sich ein eigenes Family Office?
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-       Als Richtwert gilt in Deutschland ein Vermögen ab etwa 100 bis 250 Millionen Euro. Darunter stehen die festen Kosten für Personal und Infrastruktur meist in keinem sinnvollen Verhältnis zum Nutzen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Single und einem Multi Family Office?
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Ein Single Family Office arbeitet ausschließlich für eine Familie. Ein Multi Family Office betreut mehrere Familien und teilt die Kosten – dadurch ist es schon ab deutlich niedrigeren Vermögen zugänglich, oft ab etwa 15 bis 30 Millionen Euro.

Ich habe gerade mein Unternehmen verkauft – muss ich mich sofort entscheiden?
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Nein. Viele Familien treffen diese Entscheidung schrittweise. Sinnvoll ist zunächst, das Vermögen zu strukturieren und einen koordinierenden Partner zu haben; die Frage nach einer eigenen Struktur kann später beantwortet werden.

Kann eine Privatbank die Aufgaben eines Family Office übernehmen?
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Viele Funktionen ja – insbesondere die Koordination von Anlage, Reporting und Spezialisten. Eine Privatbank kann als zentraler Ansprechpartner die Rolle eines ausgelagerten Chefanlegers einnehmen, ohne dass Sie eine eigene Struktur aufbauen müssen.

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*Die in diesem Beitrag enthaltenen Informationen stammen aus Medienberichten, öffentlich zugänglichen Unternehmensberichten und den gesondert angegebenen Quellen. Die Quellen wurden von Merck Finck auf der Basis ihrer professionellen Einschätzung als verlässlich gewertet. Merck Finck kann jedoch keine Haftung für die Korrektheit und Vollständigkeit der Informationen übernehmen. Die dargestellten Annahmen, möglichen Entwicklungen und Meinungen stellen Merck Fincks professionelles Urteil zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Beitrags dar und unterliegen der Möglichkeit der jederzeitigen Änderung, ohne dass dies zu einer entsprechenden Veröffentlichung führen muss. Der Beitrag stellt in keinster Weise ein Angebot, eine Aufforderung oder  eine Empfehlung zum Erwerb oder Verkauf eines Finanzinstrumentes oder der Beauftragung einer Finanzdienstleistung dar. Merck Finck weist daraufhin, dass Finanzanlagen das Risiko des vollständigen Kapitalverlustes innewohnen kann. Der Anleger sollte ausschließlich in Finanzanlagen investieren, deren Risiken er auf Basis seiner Erfahrungen und Kenntnisse verstehen kann und diese zu tragen er finanziell bereit und in der Lage ist. Vor einer Investition in einzelne Finanzinstrumente bzw. der Beauftragung von Finanzdienstleistungen sollte unbedingt professioneller Rat eingeholt werden. Copyright © 2026: MERCK FINCK A QUINTET PRIVATE BANK (EUROPE) S.A. branch

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