Markt- und Investment-Update

Markt- und Investment-Update

17. Januar 2023
Inflationsängste lassen weiter nach.

WAS SIE WISSEN MÜSSEN

  • Der anhaltende Rückgang der Inflation in den USA, die Wiederöffnung der chinesischen Wirtschaft und der überdurchschnittlich warme Winter in Europa sorgten an den Finanzmärkten für einen optimistischeren Start ins Jahr 2023 als zunächst befürchtet.
  • Die sinkenden US-Inflationsdaten wurden von den Aktien- und Staatsanleihenmärkten begrüßt, die vergangene Woche durchweg höher schlossen – während der US-Dollar nachgab.
  • In den Portfolios haben wir derzeit hochwertige Anleihen höher gewichtet, da wir davon ausgehen, dass die Zinsen im Jahr 2023 ihren Höhepunkt erreichen werden. Auf der Aktienseite haben wir das Engagement in hochwertigen US-Aktien und attraktiv bewerteten Schwellenländeraktien gegenüber Aktien aus dem Euroraum erhöht. Wir erwarten auch einen etwas schwächeren US-Dollar gegenüber dem Euro. 
  • Für eine detailliertere Einschätzung zu unserem Marktausblick 2023 klicken Sie bitte hier

MÄRKTE AUF EINEN BLICK

Märkte - Zwei Wochen in Folge im Plus

  • Die Aktienmärkte setzten ihre Erholung auf breiter Front fort, wobei die Schwellenländer im Jahr 2023 bislang besser abschnitten als die Industrieländer (die ebenfalls zulegten).
  • Die Staatsanleihen gaben aufgrund moderaterer Inflationsdaten aus den USA, aber auch aus Frankreich und aus Spanien nach.
  • Der US-Dollar gab aufgrund der besseren Risikostimmung auf breiter Front nach, wobei der Euro besonders zulegte.

Notenbanken - Ein Schritt in die richtige Richtung

  • Die Verbraucherpreisinflation in den USA ging im Dezember erwartungsgemäß auf 6,5 % zurück, was vor allem auf die Energiekosten zurückzuführen war. 
  • Mehrere Vertreter der US-Notenbank haben eine mögliche Verlangsamung des Leitzinserhöhungstempos der Fed angedeutet. Die Märkte zementierten ihre Erwartung einer nächsten Leitzinserhöhung um 25 Basispunkte, obwohl angesichts der anhaltenden Stärke des Arbeitsmarktes eine Erhöhung um einen halben Prozentpunkt im Februar möglich bleibt.
  • Die chinesische Inflationsrate stieg aufgrund höherer Lebensmittelpreise auf 1,8 %, obwohl die Kerninflation (ohne Energie und Nahrungsmittel) mit nur 0,7 % gedämpft bleibt.  

Wirtschaft - Ein besserer Winter als zunächst befürchtet

  • Die US-Verbraucherstimmung hellte sich laut der University of Michigan im Januar weiter auf und erreichte den höchsten Stand seit April 2022. Sowohl die Einschätzung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen verbesserten sich, während die Inflationsbedenken für das kommende Jahr in der Umfrage den vierten Monat in Folge abnahmen.
  • In der Eurozone stieg die Industrieproduktion im November 2022 um 1,0 % und zeigte sich damit nach ihrem Rückgang im Oktober widerstandsfähig. Deutschland verzeichnete 2022 ein Wirtschaftswachstum von 1,9 %. Dies deutet darauf hin, dass hier zu Lande eine Winterrezession möglicherweise vermieden werden könnte.
  • Das britische Bruttoinlandsprodukt lag im November um 0,1 % über seinem Oktoberwert, was hauptsächlich auf den Dienstleistungssektor zurückzuführen ist.
  • Chinas Importe und Exporte sind im Dezember erneut spürbar zurückgegangen. Allerdings hat China mittlerweile wieder praktisch vollständig geöffnet, was die Binnennachfrage ankurbeln dürfte.

WOCHENAUSBLICK

  • Die US-Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktion (Mittwoch) sowie die Daten zum US-Immobilienmarkt (Mittwoch und Donnerstag) könnten Anzeichen liefern, dass die Fed ihren Zinserhöhungszyklus früher als erwartet beendet.
  • Hier zu Lande wird erwartet, dass sich die ZEW Konjunkturerwartungen (heute) angesichts der verbesserten Aussichten in Sachen Energie erholen werden. 
  • In Asien wird erwartet, dass das chinesische Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2022 (heute) auf Quartalsbasis gesunken ist. Darüber hinaus dürften die Industrieproduktion und die Einzelhandelsumsätze für Dezember (heute) voraussichtlich schwächer ausfallen. 
  • Die Bank of Japan dürfte ihren Leitzins bei -0,1 % belassen (Mittwoch), doch Japans Inflationsrate (Donnerstag) könnte auf 4 % steigen.

WAS SICH IN IHREN PORTFOLIOS ÄNDERT

Wir aktualisierten unsere taktische Positionierung Ende 2022 und begannen das Jahr 2023 mit einer gut diversifizierten Mischung aus Aktien- und Anleiheengagements, um von Marktaufschwüngen zu profitieren und gleichzeitig ein Polster für unerwartete große Marktrückgänge zu schaffen. Zum Ende des Jahres 2022 haben wir

  • Staatsanleihen und hochwertige Nicht-US-Unternehmensanleihen aufgestockt, 
  • US-Hochzinsanleihen, US-Anleihen mit Investmentgrade-Rating und Liquidität in US-Dollar reduziert und
  • das Engagement in Aktien mit geringer Volatilität und hohen Dividenden erhöht.

ASSET ALLOCATION UND PORTFOLIO-EINSCHÄTZUNGEN

N = Neutrale Gewichtung der Anlageklasse innerhalb der strategischen Asset Allocation. Quelle: Eigene Recherchen, Stand Januar 2023


MARKTENTWICKLUNG  

Stand der Daten: 13.01.2023; Quelle: Bloomberg; Hinweis: Zur Berechnung der Renditen und KGV-Angaben für Aktienmärkte benützen wir die erwarteten Dividenden in den kommenden 12 Monaten bzw. die Unternehmensgewinne geteilt durch die Indexstände; für Anleihen ist die Rendite bis zur Fälligkeit angegeben.

Hier das kompletten Markt- und Investment-Update als PDF zum Herunterladen.