Wir reagieren auf eine geopolitisch veränderte Weltlage mit einer Anpassung in unseren Portfolios: Wir haben unsere Position im Defence‑Bereich erhöht und im Gegenzug unser Engagement bei den großen Ölkonzernen, den sogenannten Öl‑Majors, reduziert.
Unsere Entscheidung zugunsten des Defence‑Sektors basiert auf unserer klaren Erwartung, dass sich die Nachfrage in diesem Sektor langfristig positiv entwickelt. Anfang Dezember 2025 haben wir eine erste Position in dieser Branche aufgebaut, zu einem Zeitpunkt, als die Kurse der Branche aufgrund kurzfristiger Nachrichten über mögliche Friedensgespräche zwischen den USA und Russland stark nachgegeben hatten. Dieser Rückgang spiegelte aus unserer Sicht lediglich temporäre Marktreaktionen wider, nicht aber die strukturellen Trends.
Auch die erneute Kursschwäche im Februar 2026, ausgelöst durch nach hinten verschobene Gewinnerwartungen, änderte nichts an der grundlegenden Einschätzung: Die langfristigen Treiber bleiben unserer Meinung nach intakt. Europas umfassende Programme zur Wiederherstellung der Verteidigungsfähigkeit sorgen für volle Auftragsbücher und einen verlässlichen langfristigen Bedarf an sicherheitsrelevanten Technologien.
Im Gegenzug zum Ausbau unserer Position in Defence-Titeln reduzieren wir unsere Position in Öl‑Majors. Die jüngsten Kursgewinne sind im Wesentlichen auf höhere Ölpreise zurückzuführen, die stark von geopolitischen Risikoprämien beeinflusst werden. Die Eskalation im Iran‑Konflikt trieb die Preise kurzfristig weiter nach oben. Die ist eine Entwicklung, die wir nicht als nachhaltig bewerten. Die Preissteigerung spiegelt eher geopolitische Nervosität als fundamentale Veränderungen wider. Gleichzeitig kommt weltweit zusätzliche Produktion auf den Markt, was strukturell gegen anhaltend hohe Preise spricht und das Potenzial der Öl‑Majors begrenzt.
In der Gesamtschau zeigt sich ein klares Bild: Während der Ölsektor zunehmend von kurzfristigen Preisspitzen und wachsendem globalen Angebot geprägt wird, bietet der Defence‑Sektor langfristig verlässliche Nachfrage, politische Rückendeckung und robuste Auftragsbestände. Unsere Schwerpunktverlagerung folgt daher den stabileren, strukturell getragenen Entwicklungen, weg von geopolitisch aufgeblähten Energiesektoren, hin zu sicherheitspolitisch relevanten Industrien.
Diese Transaktion ist ein Beispiel dafür, wie Anleger im Rahmen einer langfristig stabilen strategischen Allokation neue Entwicklungen taktisch nutzen können, indem sie die Gewichtung von Sektoren verändern.



