EZB relativ klar, aber was macht die Fed?

Kommende Woche steht die Notenbanksitzung der EZB am Donnerstag im Fokus: „Dass die EZB auf Basis des Inflationssprungs nach oben ihre Leitzinsen anheben wird, ist so gut wie klar“, sagt Robert Greil. Der Chefstratege von Merck Finck: „Schließlich sind mit den bis heute erheblich teureren Energiepreisen Sekundäreffekte auch bei anderen Preiskategorien klar wahrscheinlicher geworden, was bei der Juli-Sitzung als Hauptkriterium für einen Zinsschritt herausgestellt wurde.“ Greil weiter: „Die Hauptfrage ist, was die Fed auch auf Basis der EZB-Entscheidung nur sechs Tage später auf ihrer Sitzung entscheidet. Nach Kevin Warshs Rede in Jackson Hole wäre es aus meiner Sicht schädlich für das Vertrauen in die US-Notenbank, wenn sie dann – selbst gegen den Willen von Donald Trump – Amerikas Leitzinsen nicht anhebt.“

Nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt diesen Sonntag, die am Montag mehr als sonst auch ein Thema unter Börsianern sein werden, stehen nächste Woche in Deutschland am Montag die Industrieproduktion für Juli sowie am Donnerstag die finalen Inflationszahlen für den August auf der Agenda. Für den Euroraum insgesamt kommen am Montag Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal, und am Donnerstag stehen dann dieselben Daten in Großbritannien im Fokus.

In den USA startet die Woche am Montag mit einem Feiertag, bevor am Mittwoch Apple unter anderem seine neuen iPhones präsentieren wird. Makroseitig kommen am Donnerstag die Produzentenpreise und am Freitag die Inflationszahlen für den August. Abgeschlossen wir die US-Datenwoche dann durch das vorläufige Michigan-Verbrauchervertrauen im September.

Asienseitig meldet Japan am Dienstag seine finale Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal, und in China stehen am Dienstag die Handelsbilanz für August sowie am Freitag die Fabrikpreise und Verbraucherinflation ebenfalls für diesen Monat im Mittelpunkt.

 

Robert Greil
Chefstratege 
MERCK FINCK A QUINTET PRIVATE BANK

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