Trumps Inflationsproblem in Sachen Midterms
Kommende Woche rollt nicht nur die Halbjahreszahlensaison an der Wall Street an, es stehen auch einige wichtige Konjunkturdaten auf der Agenda. Besonders im Fokus dürften aber wieder einmal die Entwicklungen in Sachen Iran-Konflikt stehen: „Donald Trump braucht für gute Chancen der Republikaner bei den Zwischenwahlen unverändert niedrigere Inflationszahlen im Herbst“, sagt Robert Greil. Der Chefstratege von Merck Finck: „Obwohl die US-Inflationsrate im Juni leicht unter vier Prozent liegen dürfte, verbessern sich die Midterm-Chancen dadurch kaum.“ Die Juni-Inflationsdaten stehen nächsten Dienstag an. Greil weiter: „Mit einer echten zweiten Welle in Sachen Iran-Krieg würden Trumps Midterm-Ziele ziemlich unwahrscheinlich werden – allein daher dürfte es schnell wieder Gespräche zwischen den USA und Iran geben.“ Und: „Ich rechne bis zu den Midterms Anfang November nicht mehr mit Ölpreisen deutlich über 100 US-Dollar – die Aktienmärkte dürften in dieser Zeit trotz anhaltender Volatilität nicht mehr so nervös wie in der ersten Konfliktphase tendieren.“
Nach den Inflationszahlen wird sich der Makro-Fokus in den USA am Mittwoch auf die Produzentenpreise und am Donnerstag auf die Einzelhandelsumsätze im Juni verschieben, bevor am Freitag schließlich die Industrieproduktion für Juni sowie das vorläufige, von der Michigan-Universität erhobene, Verbrauchervertrauen für Juli folgen. Gegen Ende der Woche läuft auch noch die gesetzliche Maximalfrist für die jüngsten US-Handelszölle aus, womit auch das Zollthema wieder zurück auf die Agenda kommen dürfte.
Während in Deutschland kommende Woche keine wichtigen Konjunkturdaten auf der Agenda stehen, kommen im Euroraum am Mittwoch Industrie- und am Donnerstag Handelszahlen für jeweils Mai, gefolgt von den finalen Juni-Inflationsdaten. Und im Vereinigten Königreich kommt am Donnerstag neben der Industrieproduktion das Bruttoinlandsprodukt für Mai.
Asienseitig wird sich die Aufmerksamkeit auf China richten, wo am Dienstag neben dem Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal die Juni-Daten zu Industrie sowie Einzelhandel anstehen.
Robert Greil
Chefstratege
MERCK FINCK A QUINTET PRIVATE BANK
