Die Sommerpause dürfte der EZB mehr Klarheit bringen

Die kommende Börsenwoche steht, neben den Quartals- und Makrozahlen, vor allem im Zeichen des EZB-Treffens am Donnerstag: „Die EZB dürfte angesichts der jüngsten Inflationsentspannung im Euroraum vor der Sommerpause trotz des wiederaufflammenden Iran-Kriegs mit steigenden Energiepreisen die Füße stillhalten“, sagt Robert Greil. Der Chefstratege von Merck Finck: „Steigen die Ölpreise über den Sommer wieder in Richtung 100 US-Dollar, würde die EZB im September um eine zweite Leitzerhöhung dieses Jahr kaum herumkommen.“ Allerdings: „Ich rechne in den kommenden Wochen mit Brent-Ölpreisen im Bereich 70 bis 90 US-Dollar, und auf dieser Basis mit stabilen Leitzinsen in der Eurozone.“

Für einen weiteren wichtigen Entscheidungsfaktor in Sachen Leitzinsen für die EZB, nämlich der Konjunkturdynamik, geben nächste Woche eine Reihe wichtiger Frühindikatoren Anhaltspunkte: Angefangen von den ZEW-Erwartungen am Dienstag, über das vorläufige Verbrauchervertrauen im Euroraum am Donnerstag, bis zum deutschen Konsumklima am Freitag. An diesem Tag werden zudem in Europa - inklusive Deutschlands - sowie in den USA und Japan die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für Juli veröffentlicht.
 
Im Vereinigten Königreich richtet sich der Blick am Dienstag dagegen auf den Arbeitsmarktbericht für Mai. Am Mittwoch werden dort die Verbraucherpreise im Juni publiziert, und am Freitag folgen neben den Einzelhandelsumsätzen für Juni auch dort die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für Juli. Und in den USA laufen wichtige temporär begrenzte Sonderregelungen in Sachen Zöllen aus, womit auch dieses Thema wieder in den Vordergrund rücken dürfte.

Auf asiatischer Seite stehen vor allem japanische Daten kommende Woche im Fokus: am Mittwoch die Handelsbilanz für Juni sowie am Freitag neben den oben bereits erwähnten Einkaufsmanagerindizes die Inflationsdaten für den Juni.

 

Robert Greil
Chefstratege 
MERCK FINCK A QUINTET PRIVATE BANK

Kontakt