Deutsche Inflation im Mai erstmals seit 2023 wohl wieder über 3 %
Nächste Woche werden die ersten vorläufigen Verbraucherpreisdaten für Mai publiziert. „Die Inflationsrate dürfte in Deutschland erstmals seit Ende 2023 wieder über drei Prozent gestiegen sein“, sagt Robert Greil. Im April kletterte sie bereits von 2,7 % auf 2,9 %, während sie im Februar – also vor den US-Angriffen auf den Iran – unter der Zweiprozentmarke war. Der Chefstratege von Merck Finck: „Je länger der Iran-Konflikt anhält und die Straße von Hormus gesperrt bleibt, desto länger sorgt das für hohe Energiepreise und mit zunehmenden Sekundäreffekten auch für steigende Inflation.“ Zum weiteren Preistrend meint Greil: „Während die Inflation in Deutschland bis zum Herbst Richtung vier Prozent laufen könnte, wird diese Marke in den USA wohl schon im Mai fallen. US-Präsident Trump steht gehörig unter Druck, mit einer Lösung des Iran-Konflikts den Preis-Turnaround hinzubekommen, um bei den Midterms im November noch eine realistische Chance für die Verteidigung der beiden republikanischen Mehrheiten im US-Kongress zu haben.“
Hierzulande werden neben den deutschen Mai-Inflationsdaten am Freitag auch erste Arbeitsmarktdaten für den laufenden Monat publiziert. Im gesamten Euroraum richtet sich der Blick am Donnerstag auf die Bekanntgabe des Wirtschaftsvertrauens ebenfalls für Mai.
In den USA steht am Dienstag das Conference Board Verbrauchervertrauen für Mai im Fokus, am Donnerstag gefolgt von Kerninflationszahlen und Auftragsdaten der Industrie für April. Schließlich steht an diesem Tag auch noch die zweite Schätzung der US-Wirtschaftsleistung im ersten Quartal an.
In China werden nach den dortigen Industriegewinnen am Mittwoch die offiziellen Einkaufsmanagerindizes für Mai am Sonntag in einer Woche Aufschluss über die Unternehmensaktivität geben. Und in Japan werden am Freitag die harten Konjunkturdaten für den April publiziert: Einzelhandelsumsätze, Industrieproduktion und Arbeitslosenquote.
Robert Greil
Chefstratege
MERCK FINCK A QUINTET PRIVATE BANK
