Nächste Woche tagen vor allem wieder die wichtigsten Notenbanken in Zeiten des Iran Konflikts. „Die anhaltende Unsicherheit im Nahen Osten belegt auch alle Inflationsprognosen der Notenbanken mit erheblicher Unsicherheit“, sagt Robert Greil. Der Chefstratege von Merck Finck: „Daher rechne ich sowohl bei der Sitzung der Fed wie auch der EZB mehr mit sorgenvollen Worten als mit Taten, sprich Leitzinsänderungen.“ Und weiter: „Die Fed steht auch noch vor der Staffelübergabe an einen neuen Chef, was ebenfalls gegen einen Zinsschritt spricht.“ Zum weiteren Zinstrend meint Greil: „Während die EZB ihre Leitzinsen in den nächsten Monaten eher anheben dürfte, wird die Fed unter Kevin Warsh als neuem Chef wohl eher senken.“ Während die Bank of Japan am Dienstag und die Fed am Mittwoch tagen, finden die Meetings der EZB und der Bank of England am Donnerstag statt.

Neben den Notenbankensitzungen und der laufenden Quartalszahlensaison der Unternehmen bringt die neue Woche auch auf makroökonomischer Ebene eine Vielzahl wichtiger Daten. Dazu gehören in den USA am Dienstag das Verbrauchervertrauen für April, am Mittwoch die Investitionsgüterausgaben für März, tags darauf die erste offizielle Schätzung zum Bruttoinlandsprodukt des ersten Quartals sowie am Freitag die Ergebnisse der „ISM“-Einkaufsmanagerbefragung im verarbeitenden Gewerbe im April.

In der Eurozone wird am Mittwoch das Wirtschaftsvertrauen für April publiziert. Besondere Aufmerksamkeit dürfte der Donnerstag auch jenseits der EZB-Sitzung erhalten, wenn sowohl das vorläufige Bruttoinlandsprodukt für das erste Quartal, die vorläufigen Inflationszahlen für April und auch noch der Arbeitsmarktbericht für März anstehen. Auch in Deutschland ist der Datenkalender prall gefüllt: Am Montag startet hierzulande die Datenwoche mit dem GfK-Konsumklima, am Mittwoch folgen auch hier die vorläufigen April-Inflationszahlen und am Donnerstag stehen das vorläufige Bruttoinlandsprodukt für das erste Quartal sowie der Arbeitsmarktbericht für April an.

In Asien liegt unser Augenmerk am Montag auf Chinas Industriegewinnen im März, und am Donnerstag noch mehr auf den Einkaufsmanagerindizes für April. In Japan sind die Highlights am Dienstag der Arbeitsmarktbericht und am Donnerstag die Einzelhandelsumsätze sowie die Industrieproduktion, beide für März. 

Robert Greil
Chefstratege 
MERCK FINCK A QUINTET PRIVATE BANK

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