Inflationsdruck drängt Trump zum Einlenken
Dieser Tage, wie wohl auch nächste Woche, bleibt der Iran-Konflikt Dreh- und Angelpunkt für die Märkte. „Der US-Präsident steht von vier Seiten gehörig unter Druck, endlich einen Deal mit dem Iran unter Dach und Fach zu bringen“, sagt Robert Greil. Der Chefstratege von Merck Finck: „4 ‚Ms‘ sprechen für einen kurzfristigen bzw. baldigen Deal: Marktdruck, nicht im Inland zur Verfügung stehendes ‚Money‘, Munitionsengpässe und vor allem die immer näher rückenden Midterms.“ Greil weiter: „Um bei den Midterms eine realistische Chance für eine Verteidigung der republikanischen Mehrheit in den Kongresskammern zu haben und nicht zur ‚Lame Duck‘ zu werden, braucht Trump baldmöglichst niedrigere Inflationsraten.“ Der Trend sei bisher aber ein ganz anderer: „Die am Dienstag anstehenden US-Inflationszahlen für den April dürften sich eher der Vier- als der Dreiprozentmarke nähern.“
Außer den Verbraucherpreisen stehen in den USA am Donnerstag die Einzelhandelsumsätze und tags darauf die Industrieproduktion – beide ebenfalls für April – auf der Wochenagenda.
In der Eurozone kommt am Mittwoch das Bruttoinlandsprodukt für das erste Quartal zusammen mit der Industrieproduktion im März. Und in Deutschland veröffentlicht das ZEW-Institut am Dienstag die Konjunkturerwartungen der Finanzexperten nicht nur hier zu Lande, sondern auch für den gesamten Euroraum. Hinzu kommen an diesem Tag die finalen April-Inflationsdaten.
Im Vereinigten Königreich richtet sich die Aufmerksamkeit am Mittwoch auf die erste Schätzung des Bruttoinlandsprodukts für das erste Quartal. Am Donnerstag runden die Industrieproduktion und die Handelsbilanz die Woche ab.
In Asien beginnt die Woche am Montag mit Preisdaten aus China (sowohl Verbraucher- als auch Produzentenpreise) für April. In Japan stehen dann am Freitag noch Produzentenpreise für April an.
Robert Greil
Chefstratege
MERCK FINCK A QUINTET PRIVATE BANK



