Geopolitik | Die Straße von Hormus bleibt ein Brennpunkt
Die Rentenmärkte profitierten von den niedrigeren Ölpreisen, und die Renditen gingen zurück. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen sank unter 4,4 %, während jene 10-jähriger deutscher Bundesanleihen in Richtung 2,85 % sank. Der Goldpreis rutschte vorübergehend unter 4.000 US-Dollarmarke je Unze ab, belastet durch einen stärkeren US-Dollar und erneute Erwartungen hinsichtlich Leitzinserhöhungen durch die US-Notenbank (Fed). Der Euro-Dollar-Wechselkurs fiel vorübergehend unter 1,14 und erreichte damit den tiefsten Stand seit fast einem Jahr.
Aktien | KI-Investitionen und Versorgungsengpässe bei Halbleitern
Gegen Ende der Woche kam erneut Druck auf, als Chip-Aktien nachgaben und Apple Preiserhöhungen für Produkte wie iPads und Macs ankündigte. Dennoch zeigen sich globale Aktien trotz höherer Volatilität weiterhin widerstandsfähig. Nachgebende Energiepreise, Aufwärtskorrekturen der Wirtschaftswachstumsprognosen und Hoffnungen auf eine weitere Deeskalation der Spannungen zwischen den USA und dem Iran bieten weiterhin Unterstützung. Wir behalten eine leichte taktische Übergewichtung von Aktien gegenüber Anleihen innerhalb eines breit diversifizierten Portfolios bei, wie in unserem Halbjahresausblick dargelegt.
Diese Woche | Notenbanken wieder im Fokus
Die jüngsten Einkaufsmanagerindizes (PMIs) – die wir als guten Indikator für die Konjunktur betrachten – deuten darauf hin, dass die Wachstumsdynamik in den USA stärker bleibt als in Europa. Die Inflation gibt jedoch nach wie vor Anlass zur Sorge. Sie erreichte in den USA im Mai 4,2 %, und auch die von der Fed bevorzugte Kerninflationskennzahl liegt weiterhin über dem Zielwert, da sich die steigenden Chip-Preise allmählich in der Lieferkette niederschlagen und sich in höheren Produktpreisen widerspiegeln. Dies könnte die Fed dazu veranlassen, ihre Leitzinsen früher und möglicherweise stärker als erwartet anzuheben. In Europa haben Vertreter der EZB ebenfalls signalisiert, dass weitere Zinserhöhungen je nach Inflationsentwicklung möglich bleiben – weitere Hinweise könnten auf dem Sintra-Forum der EZB gegeben werden, auf dem führende Notenbanker ab heute über künftige geldpolitische Herausforderungen diskutieren werden. Ein Höhepunkt dort wird die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh (Mittwoch) sein.
Zu den wichtigsten Konjunkturdaten zählen diese Woche das US-Verbrauchervertrauen am Dienstag sowie der US-Arbeitsmarktbericht am Donnerstag, der voraussichtlich erneut solide ausfallen wird. Darüber hinaus dürften die bereits veröffentlichten chinesischen PMIs weiterhin eine Divergenz zwischen einem stabilen verarbeitenden Gewerbe und einer schwächeren Dienstleistungsaktivität zeigen.
Hinweis: Jeder Hinweis auf die Portfoliopositionierung bezieht sich auf unsere Kernportfolios mit Verwaltungsvollmacht. Kunden mit maßgeschneiderten oder beratenden Portfolios sollten sich bei ihrem Kundenberater über ihre aktuelle Positionierung informieren.
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