Was Sie wissen müssen
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Die Spannungen im Nahen Osten haben die Ölpreise in die Höhe getrieben, was das Wachstum verlangsamen und die Inflation auf einem hohen Niveau halten könnte. Die Weltwirtschaft reagiert jedoch weniger empfindlich auf Energieschocks als in der Vergangenheit.
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Wir bevorzugen weiterhin Aktien in moderatem Umfang, gestützt durch robuste Unternehmensgewinne, haben jedoch nach einer starken Rally bei Aktien aus Schwellenländern einige Gewinne mitgenommen. Einen Teil der Erlöse haben wir zum Kauf von US-Staatsanleihen verwendet, deren höhere Renditen im Falle eines Wachstumsrückgangs oder steigender Marktvolatilität ein besseres Pufferpotenzial bieten könnten.
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Allgemein betrachtet bleiben die Portfolios gut diversifiziert über Wachstums- und defensive Anlagen verteilt, was es uns ermöglicht, weiterhin in Chancen investiert zu bleiben, ohne uns auf die Entwicklung eines einzelnen Marktes verlassen zu müssen.
Hinweis: Alle Verweise auf die Portfolio-Positionierung beziehen sich auf unsere führenden, diskretionären Kernportfolios. Kunden, die in andere Strategien oder in maßgeschneiderte und beratungsbasierte Portfolios investiert sind, sollten sich an ihren Kundenberater wenden.
Geopolitik verstehen
Eine Folge dieser Verschiebung ist, wie schnell sich die Marktstimmung ändern kann. Für Portfolios bedeutet dies, dass es zu Phasen mit stärkeren Marktbewegungen in beide Richtungen kommen kann, auch wenn die längerfristigen Trends intakt bleiben. Unser Fokus liegt darauf, sicherzustellen, dass Portfolios diese Verschiebungen auffangen können, anstatt zu versuchen, jede kurzfristige Stimmungsänderung vorherzusagen.
Die Spannungen im Nahen Osten und der jüngste Anstieg der Ölpreise zeigen, wie sich diese Kräfte auswirken. Die Märkte reagierten zunächst auf bekannte Weise: mit höheren Energiepreisen und erhöhter Volatilität. Die allgemeine Reaktion fiel jedoch verhaltener aus als in früheren Episoden, was darauf hindeutet, dass die Weltwirtschaft von einer ausgeglicheneren Ausgangsposition ausgeht.
Dieses Umfeld bestimmt, wie wir die Portfolios heute positionieren. Wir halten weiterhin eine höhere Allokation in Aktien als in Anleihen, gestützt durch robuste Gewinne und ein Umfeld, das keine aggressiven Zinserhöhungen durch die Zentralbanken nahelegt. Gleichzeitig haben wir bei einigen unserer taktischen Positionen aktiv Gewinne mitgenommen.
Diese Anpassungen dienen dazu, die Portfolios widerstandsfähig zu halten. Indem wir die Abhängigkeit von Märkten verringern, in denen sich die Performance am stärksten konzentriert hat, und das Engagement in hochwertigen Staatsanleihen erhöhen, verbessern wir die Fähigkeit des Portfolios, Phasen der Volatilität zu überstehen, die mit geopolitischen Entwicklungen, den Energiemärkten oder Verschiebungen in der Marktführerschaft zusammenhängen.
Öl spielt nach wie vor eine Rolle, wenn auch eine geringere
Diese Auswirkungen könnten deutlicher zutage treten, sollten die Ölpreise auf hohem Niveau bleiben. Sie sind mit ein Grund dafür, dass wir unsere Wachstumsprognosen zurückgenommen und die Inflationserwartungen nach oben korrigiert haben.
Die Struktur der Weltwirtschaft hat sich jedoch gewandelt. Heute wird weniger Öl benötigt, um eine Produktionseinheit zu erzeugen, als in früheren Jahrzehnten. Daher sind Energieschocks zwar nach wie vor von Bedeutung, ihre Auswirkungen sind jedoch tendenziell begrenzter als früher.
Dieser Unterschied ist wichtig. Er bedeutet, dass wir die Entwicklungen an den Energiemärkten zwar weiterhin im Blick behalten, unsere Portfolios jedoch nicht unter der Annahme anpassen, dass sich das heutige Umfeld genauso entwickeln wird wie in vergangenen Krisen.
Ein anderes Umfeld als 2022
Heute befinden sich die Zinsen in den meisten Industrieländern bereits auf restriktivem oder nahezu neutralem Niveau. Die Inflation liegt in mehreren Regionen zwar noch über dem Zielwert, doch eine Abkühlung der Arbeitsmärkte könnte dazu beitragen, sie zu senken.
Dies verschafft den Zentralbanken mehr Flexibilität, auch wenn höhere Ölpreise einen Aufwärtsdruck auf die Inflation ausüben. Ein Anstieg der Ölpreise führt nicht automatisch zu einem drastischen Straffungszyklus. Solange sich eine höhere Inflation nicht wieder verfestigt, könnten die geldpolitischen Reaktionen der Zentralbanken zurückhaltender ausfallen.
Wir gehen davon aus, dass die US-Notenbank, die Europäische Zentralbank und die Bank of England die Zinsen in diesem Jahr moderat anheben werden. Dies scheint jedoch weitgehend in den Markterwartungen berücksichtigt zu sein. Für Portfolios scheint die Wahrscheinlichkeit einer plötzlichen und aggressiven Verschiebung der Zinserwartungen, die 2022 ein wesentlicher Treiber der Volatilität war, relativ gering zu sein.
Gewinne und KI bieten weiterhin Unterstützung
Bislang haben sich die Gewinne in den wichtigsten Regionen, insbesondere in den USA, als relativ widerstandsfähig erwiesen. Investitionen im Zusammenhang mit KI stützen weiterhin die Kapitalausgaben, wobei die Auswirkungen in mehreren Märkten, darunter auch in Teilen Asiens, sichtbar sind.
Gleichzeitig konzentriert sich die Performance weiterhin auf eine relativ kleine Gruppe großer Technologieunternehmen. Dies ist eine wichtige Dynamik, die es zu beobachten gilt. Wenn die Führungsrolle auf wenige Unternehmen beschränkt ist, können die Märkte empfindlicher auf Enttäuschungen reagieren.
Dies ist einer der Gründe, warum wir an den Aktienmärkten, die sich in den letzten Monaten besonders stark entwickelt haben, einen selektiveren Ansatz verfolgen, insbesondere dort, wo die Gewinne von nur wenigen Unternehmen oder Sektoren getragen wurden.
Neugewichtung nach einer starken Aktienrally
Nach einer solchen Phase starker Performance mit einer Rally von rund 50 % seit dem Aufbau unserer Übergewichtung sind die Bewertungen in Teilen des Marktes weniger attraktiv geworden und bereits sehr viele Anleger sind in der Region investiert. Wir haben unsere Übergewichtung in Schwellenländeraktien daher aktiv reduziert und Gewinne mitgenommen.
Dadurch werden Gewinne gesichert und das Risiko gemindert, dass starke Kursanstiege wieder abgegeben werden, sollten sich die Bedingungen umkehren – insbesondere in Bereichen, in denen sich die Performance vor allem auf wenige Unternehmen oder Sektoren konzentriert hat.
Dies ist keine Änderung unserer längerfristigen Einschätzung der Schwellenmärkte, die weiterhin positiv ist, sondern ein disziplinierter Schritt zur Gewinnsicherung und Neugewichtung des Risikos nach einer Phase mit erheblichen Gewinnen.
Eine stärkere Rolle für Anleihen
Wir erhöhen unser Engagement entsprechend und reduzieren unsere Untergewichtung in US-Staatsanleihen. Zwar bleiben wir angesichts der hohen Verschuldung im Vergleich zu unserer langfristigen Asset-Allokation untergewichtet, doch besteht das Ziel darin, das Gleichgewicht innerhalb der Portfolios wiederherzustellen, anstatt eine starke Richtungsprognose für die Zinssätze abzugeben.
In einem Umfeld, in dem geopolitische Entwicklungen die Marktstimmung und das Wirtschaftswachstum belasten können, können hochwertige Staatsanleihen dazu beitragen, Phasen auszugleichen, in denen risikoreichere Anlagen wie Aktien und Unternehmensanleihen unter Druck geraten.
Dies könnte einen Puffer bieten, falls das Wachstum nachlässt oder die Volatilität zunimmt, und die Fähigkeit des Portfolios stärken, schwierigere Bedingungen zu meistern, sollten diese irgendwann in der Zukunft eintreten.
Diversifizierung ist wichtig
In diesem Zusammenhang ist Diversifizierung nicht nur ein defensives Konzept. Sie ist eine Möglichkeit, Portfolios einer Reihe potenzieller Renditetreiber auszusetzen und gleichzeitig Anlagen einzubeziehen, die sich bei veränderten Bedingungen möglicherweise unterschiedlich verhalten. Bei Aktien spiegelt sich dies in unserer Positionierung über Regionen und Sektoren hinweg wider.
In den USA halten wir weiterhin an unserem gleichgewichteten Index fest, um uns vom von der starken Konzentration auf KI abzugrenzen. Europäische Aktien sind in diesem Jahr etwas zurückgeblieben, da sie stärker auf Energiepreise reagieren. Wir wollen unsere derzeitige neutrale Allokation jedoch noch nicht reduzieren, da ein mögliches Ende des Konflikts eine taktische Erholung auslösen könnte.
Neben Aktien und Staatsanleihen spielen Rohstoffe, Gold und ausgewählte alternative Anlagen (sofern dies gemäß den Vorschriften und Anlagerichtlinien zulässig ist) eine ergänzende Rolle bei der Diversifizierung der Portfolios. Diese breite Mischung trägt dazu bei, die Auswirkungen einzelner Schocks zu begrenzen, unabhängig davon, ob diese durch Öl, geopolitische Ereignisse oder Verschiebungen in der Marktführerschaft verursacht werden.
Wie wir in einer multipolaren Welt investieren
Unser Ziel ist es, gut diversifizierte Portfolios aufzubauen, die diesen Verschiebungen gewachsen sind. Das bedeutet, aktive Anpassungen der Asset-Allokation vorzunehmen, wenn Bewertungen oder Risiken dies rechtfertigen, und dabei stets die langfristigen Ziele der Anleger im Blick zu behalten.
Für unsere Kunden bedeutet dies einen disziplinierten Ansatz: Portfolios, die aktiv verwaltet, breit diversifiziert und kontinuierlich an die sich ändernden Bedingungen angepasst werden. Der Fokus liegt weiterhin auf der langfristigen Renditesteigerung mit Widerstandsfähigkeit in verschiedenen Szenarien, anstatt auf kurzfristige Marktschwankungen zu reagieren.
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