Anlagestrategie angesichts der Entwicklungen im Nahen Osten – Counterpoint März 2026
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Was Sie wissen müssen
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Die Ereignisse im Iran und der US-Militärschlag haben die geopolitische Unsicherheit erhöht. Wir kaufen daher Gold, finanziert durch den Verkauf von US-Staatsanleihen. Seit unserem letzten Kauf sind die Staatsanleihekurse gestiegen, aber die Fiskalausgaben im Vorfeld der amerikanischen Zwischenwahlen könnten für die Märkte zum Thema werden, weshalb wir unser Engagement reduzieren.
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Außerdem diversifizieren wir unsere Aktienallokation weiter. Wir reduzieren US-Aktien und kaufen attraktiv bewertete Small-Cap-Unternehmen in entwickelten Märkten. Diese Unternehmen konzentrieren sich stärker auf ihre heimischen Volkswirtschaften, wodurch sie von globalen Ereignissen etwas abgeschirmt sind. Außerdem dürften sie von fiskalischen Impulsen profitieren.
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In Großbritannien nimmt die politische Unsicherheit zu. Daher verkaufen wir britische Staatsanleihen und nehmen Anleihen aus Schwellenländern in lokaler Währung in unser Portfolio auf. Diese bieten attraktive Renditen, dürften von einem schwächeren Dollar profitieren und bieten ein Engagement in ausgewählten ölexportierenden Regionen. Angesichts der zunehmenden geopolitischen Unsicherheit halten wir zusätzliche Liquidität bereit, um neue Chancen zu nutzen, sobald sie sich bieten.
Hinweis: Alle Verweise auf die Portfolio-Positionierung beziehen sich auf unsere wichtigsten diskretionären Kernportfolios. Kunden, die in andere Strategien oder in maßgeschneiderte und beratende Portfolios investiert haben, sollten sich an ihren Kundenberater wenden.
Der Iran-Konflikt und unsere Anlagestrategie
Der Angriff der USA und Israels auf den Iran an diesem Samstag war schon seit einiger Zeit im Gespräch, doch der Zeitpunkt kam etwas überraschend. Die Ölpreise waren in den vergangenen Wochen aufgrund der Erwartung gestiegen, dass die Versorgung durch einen militärischen Konflikt unterbrochen werden könnte. Die erhöhte Unsicherheit dürfte die Ölpreise weiter stützen. Sie könnte auch sichere Anlagen wie Gold beflügeln. Die Dauer und das Ausmaß des Konflikts sind entscheidend für die nächsten Schritte der Anleger.
Diese geopolitischen Ereignisse kamen nicht aus heiterem Himmel. Wir haben uns schon vor einiger Zeit darauf vorbereitet. In den letzten Monaten haben uns die Unsicherheiten um Venezuela, Grönland und Iran dazu veranlasst, die Qualität unseres Engagements in festverzinslichen Wertpapieren zu erhöhen. Wir haben Gewinne bei Unternehmensanleihen mit anspruchsvollen Bewertungen mitgenommen und sicherere Staatsanleihen gekauft.
Soweit zulässig, haben wir auch unsere US-Aktienteilabsicherung verlängert. Dabei handelt es sich um ein versicherungsähnliches Instrument, dessen Wert bei fallenden US-Aktienkursen steigt und damit die Abwärtsrisiken teilweise abfedert. Wir halten auch Gold, breite Rohstoffindizes und hochwertige Anleihen, darunter solche, die von einem Inflationsanstieg profitieren könnten.
Unser Investmentteam beobachtet sehr aufmerksam die Entwicklungen in der wichtigen “Straße von Hormus” und deren Auswirkungen auf den Ölmarkt, darunter auch die Entscheidung des Ölkartells (OPEC+) zur Erhöhung der Produktion, um den durch die Störungen verursachten Preisanstieg abzumildern. Neben dem Energiesektor beobachten wir auch die Schifffahrt, den Luftverkehr, die Lieferketten, den Verteidigungs- und den Versicherungssektor, um nur einige zu nennen, sowie die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Wir beschäftigen uns weiterhin mit folgenden Fragen:
- Können die USA ihre geopolitischen Ziele schnell erreichen?
- Wird die iranische Vergeltung wahrscheinlich zu einem viel größeren Konflikt führen?
- Werden Konjunkturmaßnahmen die Risiken einer Stagflation (langsameres
Wachstum, höhere Inflation) abfedern? - Werden Leitzinssenkungen wahrscheinlicher oder unwahrscheinlicher?
- Welche Anlageklassen, Regionen und Branchen werden profitieren oder verlieren?
Investieren inmitten geopolitischer Ereignisse
Wir übergewichten moderat Aktien und untergewichten Anleihen. Während die USA für langfristiges Wachstum und Engagements im KI-Bereich weiterhin eine Schlüsselrolle spielen, bevorzugen wir taktisch Schwellenländer und Europa, da die Bewertungen dort attraktiver sind. Schwellenländer profitieren zudem von einem schwächeren Dollar und bieten z.B. mit China, Taiwan und Südkorea Diversifizierungsmöglichkeiten innerhalb des KI-Themas. Europa verschafft uns Zugang zu Themen wie Verteidigung und Infrastruktur.
Wir gehen nun eine neue Position bei attraktiv bewerteten Small-Cap-Unternehmen ein. Rund 60 % dieser Allokation entfallen auf US-Small-Caps. Diese Unternehmen sind stärker auf das Inlandsgeschäft angewiesen und daher weniger von globalen Entwicklungen betroffen. Außerdem können sie von der Unterstützung durch die US-Politik profitieren. Der Rest entfällt auf europäische und britische Small-Caps (25 %) sowie Japan (15 %), was für eine geografische Diversifizierung sorgt. Wir finanzieren diese Allokation durch eine Reduzierung unserer Position in US-Aktien.
Wir gehen davon aus, dass die Ereignisse im Nahen Osten den Goldpreis stützen. Daher erhöhen wir unser Engagement wieder auf eine Übergewichtung und finanzieren dies durch den Verkauf von US-Staatsanleihen. Die geopolitische Unsicherheit hat unsere Position bei US-Staatsanleihen leicht gestützt. Allerdings haben die Bedenken hinsichtlich der US-Verschuldung aufgrund möglicher zusätzlicher Ausgaben im Vorfeld der Zwischenwahlen zugenommen, sodass wir unser Engagement reduzieren.
Wichtig ist, dass wir unsere Allokation im Rentenbereich weiter diversifizieren, indem wir Anleihen aus Schwellenländern in lokaler Währung aufnehmen, die wir je nach Marktbedingungen in naher Zukunft hinzufügen wollen. Wir glauben, dass diese Anleihen von der Dollarschwäche und Leitzinssenkungen der Notenbanken in Schwellenländern profitieren werden, die wir für dieses Jahr erwarten. Sie bieten außerdem attraktive Renditen, Diversifizierung und solide Fundamentaldaten, darunter einen höheren Anteil an Ölexporteuren im Vergleich zu Staatsanleihen aus Industrieländern. Wir finanzieren diesen Kauf durch den Verkauf britischer Staatsanleihen angesichts der zunehmenden innenpolitischen Unsicherheit, behalten jedoch einen Teil Liquidität, um sie bei anderen Gelegenheiten wieder einzusetzen.
Ruhe bewahren und Kurs halten
Wir raten unseren Kunden, nicht auf Schlagzeilen zu reagieren. Indem wir investiert bleiben und über verschiedene Regionen hinweg diversifizieren, wollen wir im Laufe der Zeit höhere Renditen erzielen. Daten aus den vergangenen 80 Jahren zeigen, dass die Renditen an den Aktienmärkten nach einem geopolitischen Schock zwar über einen Zeitraum von drei Monaten zurückbleiben können, sechs und zwölf Monate nach dem Schock jedoch durchschnittlich ähnlich hoch sind wie in anderen Zeiträumen.
Unsere US-Aktienposition ist angesichts der amerikanischen Dominanz auf den globalen Märkten wichtig, aber gut diversifiziert. Neben Standardaktien halten wir gleichgewichtete US-Aktien. Dies erhöht das Engagement in Finanz- und Industriewerten, die von Deregulierung und Konjunkturmaßnahmen profitieren könnten. Außerdem verringert es die Abhängigkeit von Technologieaktien, deren Bewertungen hoch sind. Wir begrenzen auch Währungseffekte, um die Auswirkungen eines schwächeren Dollars bei der Umrechnung in Euro zu reduzieren.
Für uns ist Diversifizierung effektiver als Reaktion. Schwankungen in Teilen des Portfolios, wie beispielsweise bei Aktien, die von den Spannungen im Nahen Osten betroffen sind, könnten durch Gewinne in anderen Bereichen, wie beispielsweise Rohstoffen, ausgeglichen werden. Wir sind mit unserer Gesamtstrategie zufrieden, suchen aber weiterhin nach Möglichkeiten, Chancen zu nutzen und gleichzeitig Abwärtsrisiken zu mindern.
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