Was Sie wissen müssen
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Nach einer soliden Börsenrally haben wir unsere Aktienallokation insgesamt leicht reduziert, um Gewinne zu sichern. Der größte Teil dieser Reduzierung entfällt auf unser Engagement bei europäischen Aktien, obwohl wir auch unsere US-Bestände leicht zurückgefahren haben. Wir stehen Aktien weiterhin positiv gegenüber und halten an einer moderaten taktischen Übergewichtung fest.
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Die frei gewordenen Mittel haben wir in europäische Geldmärkte umgeschichtet, wo die Renditen nach der jüngsten Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) attraktiver geworden sind, sowie in Staatsanleihen, die bei zunehmender Marktvolatilität für Diversifizierung sorgen sollten.
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Bei Portfolios, die Private Markets-Anlagen enthalten, reduzieren wir vorsorglich das Engagement bei "Private Credit”. Zwar hatten wir bisher keine Probleme mit unseren diesbezüglichen Beständen, doch zeigen andere Bereiche des Marktes Anzeichen von Druck, was die Stimmung im gesamten Sektor belasten könnte.
Hinweis: Alle Verweise auf die Portfolio-Positionierung beziehen sich auf unsere wichtigsten diskretionären Kernportfolios. Kunden, die in andere Strategien oder in maßgeschneiderte und beratende Portfolios investiert haben, sollten sich an ihren Kundenberater wenden.
Wir bleiben konstruktiv, aber wachsam
Das erste Halbjahr hat gezeigt, wie wichtig es ist, in Zeiten der Unsicherheit investiert zu bleiben. Geopolitische Spannungen, ein Anstieg der Ölpreise und sich ändernde politische Erwartungen trugen alle zur Unsicherheit bei. Dennoch blieb die Konjunktur widerstandsfähig und die Unternehmensgewinne übertrafen im Allgemeinen die Erwartungen, was zur Stützung der Aktienmärkte beitrug.
Unsere zentrale Anlageeinschätzung hat sich nicht geändert: Wir sind der Ansicht, dass Aktien nach wie vor langfristiges Renditepotenzial bieten, und bleiben taktisch übergewichtet, da KI, staatliche Ausgaben und eine Erholung im verarbeitenden Gewerbe die Unternehmensgewinne im Laufe der Zeit stützen dürften.
Starke Anstiege verändern allerdings naturgemäß die Portfoliogewichtungen, Bewertungen und die für die Zukunft erwarteten Renditen. Anstatt Positionen daher ungehindert anwachsen zu lassen, nutzen wir Phasen der Stärke, um die Portfolios neu auszurichten, wodurch die Risiken mit unseren langfristigen Zielen im Einklang bleiben.
Wir nehmen einen Teil der Gewinne mit
Daher haben wir unsere strategische Aktienallokation leicht reduziert. Dies ist kein Zeichen für eine Änderung unseres Ausblicks oder für die Befürchtung eines bevorstehenden Abschwungs. Es spiegelt lediglich eine Neugewichtung und gewisse Gewinnmitnahmen nach einer längeren positiven Entwicklung an den Aktienmärkten wider.
Nach einer derart starken Rally dürften künftige Renditen eher vom Gewinnwachstum als von steigenden Bewertungen abhängen. Dadurch erscheinen die zu erwartenden Renditen etwas weniger attraktiv als zu Beginn der Rally.
Durch eine moderate Reduzierung des Aktienengagements können wir einen Teil der Gewinne realisieren und gleichzeitig weiterhin in nennenswertem Umfang am Aufwärtstrend partizipieren sowie die Renditen weiter steigern, sollten die Börsen weiter nach oben tendieren.
Liquidität und Anleihen verdienen einen zweiten Blick
Die Erlöse aus unserem Aktienabbau wurden in erster Linie in Geldmarktinstrumente investiert, ein kleinerer Teil floss zudem in europäische Staatsanleihen. In den vergangenen zehn Jahren bot Liquidität kaum Rendite. Das hat sich geändert.
Die jüngste Leitzinserhöhung der EZB hat die kurzfristigen Zinsen in die Höhe getrieben, was bedeutet, dass Cash bessere Renditen bieten kann und gleichzeitig Flexibilität bewahrt. Auch die Renditen von Staatsanleihen bieten nun Erträge, die in den Jahren nach der globalen Finanzkrise weitgehend fehlten.
Anleihen spielen zudem eine wichtige Rolle bei der Diversifizierung von Portfolios. Wenn sich das Wachstum verlangsamt oder die Marktvolatilität zunimmt, können sie dazu beitragen, die Gesamtrisiken des Portfolios zu mindern. Höhere Renditen bedeuten, dass Anleger beim Halten von Liquidität und Staatsanleihen nicht mehr so viel Renditepotenzial opfern müssen.
Ein selektiverer Ansatz für Europa
Europäische Aktien haben sich in diesem Jahr gut entwickelt, gestützt durch eine verbesserte Stimmung und Erwartungen höherer staatlicher Ausgaben, unter anderem in Bereichen wie Verteidigung, Infrastruktur und Energieautarkie.
Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass diese Themen langfristig Chancen für Anleger bieten. Allerdings spiegeln die Bewertungen mittlerweile einen Großteil dieses Optimismus wider. Da das Wirtschaftswachstum in Europa weiterhin schwach ist, erscheinen diese Bewertungen im historischen Vergleich zunehmend hoch.
Anstatt ein breites Marktengagement beizubehalten, haben wir den Einsatz aktiv verwalteter europäischer Aktienstrategien verstärkt. Wir sind der Ansicht, dass aktive Manager besser in der Lage sind, Unternehmen mit nachhaltigem Gewinnwachstum zu identifizieren und gleichzeitig Unternehmen zu meiden, deren Bewertungen sich von den zugrunde liegenden Fundamentaldaten abgekoppelt haben.
Zudem haben wir unser US-Aktienengagement leicht reduziert. Die Investitionen in KI und das Gewinnwachstum sind in Amerika weiterhin solide, und wir rechnen kurzfristig nicht mit einer weiteren Schwäche des US-Dollars. Daher halten wir es für richtig, ein bedeutendes Engagement in US-Anlagen beizubehalten. Nach einer derart starken Rally halten wir jedoch eine moderate Reduzierung für angemessen, um Gewinne zu sichern und gleichzeitig die taktische Übergewichtung beizubehalten.
Private Credit im Fokus
Private Credit gehörte in den vergangenen Jahren zu den Anlageklassen mit der stärksten Wertentwicklung. Höhere Zinsen, eine begrenzte Ausfallquote und eine starke Nachfrage der Anleger nach alternativen Ertragsquellen haben den Sektor gestützt.
Da der Kreditzyklus jedoch in die Reifephase eintritt, halten wir es für angebracht, das Gleichgewicht zwischen Renditepotenzial und Abwärtsrisiko neu zu bewerten. Die Finanzierungsbedingungen sind nach wie vor restriktiver als noch vor einigen Jahren, und Stressphasen im Segment der Privaten Markets können die Stimmung in anderen Bereichen beeinflussen. Auch wenn diese Risiken bislang relativ begrenzt sind, verdienen sie dennoch größere Aufmerksamkeit.
Bei den von uns in den Portfolios gehaltenen Private Credit-Investitionen haben wir keine Anzeichen einer Verschlechterung festgestellt. Dennoch halten wir es angesichts des allgemeinen Marktumfelds für den richtigen Zeitpunkt, das Engagement zu reduzieren.
Disziplin statt spekulativer Prognosen
Erfolgreiches Investieren bedeutet selten, auf Schlagzeilen zu reagieren. Viel häufiger geht es darum, wohlüberlegte Anpassungen vorzunehmen, die das Gleichgewicht zwischen Risiko und Chancen im Zuge der Marktentwicklung schrittweise verbessern. Unsere jüngsten Portfolioanpassungen spiegeln genau diese Philosophie wider.
Langfristig bleiben wir für Aktien positiv eingestellt. Taktisch betrachtet bevorzugen wir weiterhin die USA und die Schwellenländer, wo die Wachstums- und Gewinnaussichten stärker erscheinen. Gleichzeitig rechtfertigen höhere Renditen bei Liquidität und hochwertigen Staatsanleihen eine ausgewogenere Allokation. Ein geringeres Engagement bei europäischen Aktien und eine größere Selektivität innerhalb dieses Segments sowie eine vorsichtigere Haltung gegenüber Private Credit dürften dazu beitragen, die Widerstandsfähigkeit des Portfolios zu stärken.
Einen Teil der Gewinne mitzunehmen, bedeutet nicht, den Markt zu verlassen. Vielmehr geht es darum, durch diszipliniertes Management die erzielten Gewinne zu sichern. Ziel ist es, unsere Portfolios so zu positionieren, dass wir Chancen nutzen und gleichzeitig Risiken mindern können, während der Konjunkturzyklus seinen Höhepunkt erreicht.
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