Was die Märkte bewegt – Counterpoint September 2026

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Was Sie wissen müssen

  • Sinkende Anleihekurse aufgrund höherer Zinsen haben den Anteil von Anleihen in unseren Portfolios verringert. Da sich das globale Wachstum und die Unternehmensgewinne trotz geopolitischer Spannungen gut gehalten haben, behalten wir den dadurch leicht erhöhten Aktienanteil bei und nehmen zum jetzigen Zeitpunkt keine Neugewichtung der Portfolios vor. 

  • Wir nehmen Gewinne bei nach Branchen gleichgewichteten US-Aktien mit und investieren diese in den breiter gefassten US-Markt. Gleichgewichtete Aktien haben sich gut entwickelt, doch unserer Ansicht nach sind die Aussichten auf eine weitere Outperformance gesunken.  

  • Wir bleiben bei Aktien moderat übergewichtet, wobei wir den USA und den Schwellenländern den Vorzug gegenüber anderen Regionen geben. Bei US-Staatspapieren und risikoreicheren Unternehmensanleihen bleiben wir vorsichtig. Außerdem halten wir weiterhin übergewichtete Positionen in Gold und, in geringerem Maße, in europäischen Staatsanleihen. 

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Quelle: Eigene Analysen. Für andere Risikoprofile und/oder maßgeschneiderte Portfolios wenden Sie sich bitte an Ihre Kundenberaterin bzw. Ihren Kundenberater.

Hinweis: Alle Verweise auf die Portfolio-Positionierung beziehen sich auf unsere wichtigsten diskretionären Kernportfolios. Kunden, die in andere Strategien oder in maßgeschneiderte und beratende Portfolios investiert haben, sollten sich an ihren Kundenberater wenden.

Widerstandsfähigkeit inmitten geopolitischer Unsicherheit 

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat die geopolitischen Risiken den ganzen Sommer über im Fokus gehalten. Die Energiemärkte reagierten besonders empfindlich aufgrund von Befürchtungen hinsichtlich einer anhaltenden Unterbrechung der Öllieferungen durch die Straße von Hormus. 

Dennoch ist die Weltwirtschaft weniger anfällig für Ölschocks als in der Vergangenheit. Die Volkswirtschaften verbrauchen heute rund 60 % weniger Energie, um das gleiche Produktionsniveau zu erreichen, als noch in den Siebzigerjahren. Dies dürfte dazu beitragen, die wirtschaftlichen Auswirkungen höherer Ölpreise zu begrenzen.  

Trotzdem könnten die Energiepreise unter Druck bleiben. Alternative Transportwege können die gestörten Lieferungen durch die Meerenge nicht vollständig ersetzen, was die Inflation auf einem höheren Niveau halten könnte, als es den Notenbanken lieb ist.  

Dies stellt die politischen Entscheidungsträger vor eine Herausforderung. Höhere Energiepreise können die Konjunktur schwächen und gleichzeitig die Inflation in die Höhe treiben. Wir halten moderate Leitzinserhöhungen in den USA wie in Europa für wahrscheinlich. Allerdings sind die Zinsen bereits höher als noch vor einigen Jahren, was eine Wiederholung des aggressiven Straffungszyklus, der auf den Energieschock von 2022 folgte, weniger wahrscheinlich macht.  

Schuldentragfähigkeit rückt in den Vordergrund  

Die Staatsverschuldung wird für die Finanzmärkte zu einem immer wichtigeren Thema. In den USA ist die Staatsverschuldung auf rund 40 Billionen US-Dollar gestiegen. Gleichzeitig erhöhen höhere Energiekosten und Hypothekenzinsen den Druck auf die privaten Haushalte. Dadurch gewinnt das Zusammenspiel zwischen Fiskalpolitik, Inflation und Zinsen für Anleger besonders an Bedeutung – vor allem in einer Zeit, in der die langfristigen Renditen bereits auf einem hohen Niveau liegen.

Die Energiepreise sind zuletzt gestiegen, die Staatsverschuldung ist nach wie vor hoch und die geopolitische Unsicherheit hält an. Mit dem Kauf eigener Staatsanleihen der USA könnten die Anleihekurse gestützt werden und etwa 15 % des jährlichen Bruttoemissionsvolumens langfristiger Anleihen absorbiert werden, was möglicherweise einen weiteren Anstieg der Renditen begrenzen würde. Sie adressieren allerdings nicht das Grundproblem der fiskalischen Dynamik, weshalb wir US-Staatsanleihen taktisch weiterhin untergewichten.

Auch die Devisenmärkte könnten die Auswirkungen höherer Renditen zu spüren bekommen. Sollten die Anleihekurse keine Unterstützung finden, während die fiskalischen Bedenken anhalten, könnte dies den US-Dollar schwächen. Gold bietet eine weitere Möglichkeit, sich in diesem Umfeld zurechtzufinden. Steigende Staatsverschuldung, geopolitische Unsicherheit und anhaltende Nachfrage seitens der Notenbanken bleiben unterstützende strukturelle Faktoren. Es kann zudem zur Diversifizierung von Portfolios beitragen, wenn Staatsanleihen weniger Schutz vor fiskalischen und geopolitischen Schocks bieten als in der Vergangenheit. Aus diesem Grund behalten wir unsere Übergewichtung bei Gold bei.  

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Quelle: Eigene Analysen, LSEG Datastream. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Wertentwicklung zu.

Flexibel bleiben, während sich der Marktzyklus weiterentwickelt 

Das Anlageumfeld wird komplexer, doch das Gesamtbild ist recht solide. Die entscheidende Frage ist, ob diese Kräfte den Druck durch höhere Energiepreise, straffere finanzielle Rahmenbedingungen und fiskalische Unsicherheit weiterhin ausgleichen können. Derzeit gehen wir davon aus, dass dies der Fall ist. 

Sinkende Anleihekurse im Laufe des Sommers haben zu einem leicht höheren Aktienanteil in unseren Portfolios geführt. Dies hat zwar zu einer Abweichung von unseren Zielgewichten geführt, doch wir stehen diesen Veränderungen positiv gegenüber und nehmen zum jetzigen Zeitpunkt keine aktive Neugewichtung vor.

Angesichts des Gleichgewichts zwischen Wachstums-, Gewinn-, Inflations- und politischen Risiken halten wir unsere aktuelle Portfolioallokation für angemessen. Die Weltwirtschaft ist aus einer Position angemessener Stärke in diese Phase eingetreten, und die Widerstandsfähigkeit von Wachstum und Gewinnen bietet einen wichtigen Puffer gegen ein schwierigeres politisches Umfeld. 

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Quelle: Eigene Analyse, LSEG Datastream. Hinweis: GDPNow ist ein Echtzeitindikator für das Wirtschaftswachstum in den USA; dargestellt als 21-Tage-Durchschnitt zur besseren Visualisierung.

Umschichtung bei US-Aktien

Wir nehmen eine Änderung innerhalb unserer US-Aktienposition vor. Im Jahr 2024 haben wir eine nach Branchen gleichgewichtete US-Position in die Portfolios aufgenommen. Ziel war es, das konzentrierte Engagement in den größten US-Aktien zu reduzieren und die Anlagen gleichmäßiger über den Markt zu verteilen.

Da sich die Marktbreite verbesserte, entwickelte sich diese Position gut. Wir sind nun der Ansicht, dass das Verhältnis von Risiken und Chancen für einen normalen, nach Marktkapitalisierung gewichteten Index spricht, weshalb wir unsere US-Aktienposition wieder darauf umstellen.  

Für diese Änderung gibt es drei Gründe:

1. Die US-Zwischenwahlen

Die Aussicht auf einen gespaltenen Kongress oder sogar einen Erdrutschsieg der Demokraten verringert die Wahrscheinlichkeit weiterer fiskalischer Anreize und Deregulierungsmaßnahmen. Diese wären für den Industrie- und den Finanzsektor von Vorteil gewesen, die beide in gleichgewichteten US-Indizes überrepräsentiert sind. Ohne diese günstigen Rahmenbedingungen sind die Argumente für eine weitere Outperformance gleichgewichteter Indizes schwächer.  

2. Zins- und Konjunktursensitivität

Gleichgewichtete Aktien verhalten sich tendenziell eher wie Mid-Cap-Titel. Diese Unternehmen weisen in der Regel schwächere Bilanzen auf und reagieren empfindlicher auf steigende Zinsen und eine Straffung der geldpolitischen Bedingungen als größere Unternehmen. Sollten die Zinsen steigen, könnte dies zu einem Gegenwind für den gleichgewichteten Index werden. 

3. Gewinne und Bewertungen

Der breite US-Aktienindex weist weiterhin eine stärkere Rentabilität auf als sein gleichgewichteter Gegenpart. Zugleich haben sich die Bewertungen von US-Large-Cap-Aktien im Vergleich zum gleichgewichteten Index verbessert. Unserer Ansicht nach sorgt dies für ein besseres Gleichgewicht zwischen Gewinnpotenzial und Bewertung am breiteren Markt. 

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Quelle: Eigene Analysen auf Basis von Daten von Race to the White House und Polymarket.

Was dies für Portfolios bedeutet

Trotz dieser Änderung bleibt unsere langfristige Vermögensallokation über Anlageklassen und Regionen hinweg gut diversifiziert. Wir behalten eine im Vergleich zu ihrem Anteil an den globalen Märkten geringere Gewichtung von US-Aktien bei, was dazu beiträgt, Konzentrationsrisiken zu mindern. Die Entscheidung, bei US-Aktien von einer gleichgewichteten auf eine nach Marktkapitalisierung gewichtete Strategie umzustellen, ist daher eher eine taktische Anpassung innerhalb eines diversifizierten Portfolios als eine Änderung unseres allgemeinen Risikokonzepts.

Erfolgreiches Investieren bedeutet selten, auf jede Schlagzeile zu reagieren. Viel häufiger geht es darum, zu beurteilen, wie diese Entwicklungen die Aussichten für Wachstum, Inflation, Bewertungen und die Politik verändern. Wenn dies der Fall ist, kann es an der Zeit sein, die Portfolios anzupassen. Ist dies nicht der Fall, halten wir es oft für den besseren Ansatz, diszipliniert zu bleiben.

Das Ziel besteht nicht darin, vorherzusagen, wann der nächste geopolitische Schock eintreten wird, wann die Anleiherenditen ihren Höchststand erreichen oder wann sich der Dollartrend umkehren wird. Vielmehr geht es darum, sicherzustellen, dass die Portfolios angesichts einer Reihe plausibler Szenarien widerstandsfähig bleiben.

 

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