EZB und Fed: Jeweils noch eine Leitzinserhöhung 2026
Kommende Woche sind wieder einmal Inflationszahlen die wichtigste Makroveröffentlichung für die Finanzmärkte: „Die US-Inflation ist im September sicherlich – wie in Deutschland auch – weiter gestiegen“, sagt Robert Greil. Der Chefstratege von Merck Finck: „Amerikas Inflationsrate dürfte im September wie im Euroraum auf über dreieinhalb Prozent geklettert sein.“ Und weiter: „Dennoch verdichten sich die Anzeichen, dass die Fed im Oktober noch von einer weiteren Leitzinsanhebung absieht, die wir allerdings trotzdem noch vor dem Jahreswechsel erwarten.“ Greil: „Es dauert einfach, bis jenseits der gestiegenen Energiepreise auch deutlich höhere Waren- und Dienstleistungspreise als Sekundäreffekte zu verzeichnen sind. Aus diesem Grund könnte auch die EZB ihren von uns noch erwarteten dritten Leitzinsschritt dieses Jahr nach oben vertagen.“
Neben den mit Spannung erwarteten Inflationsdaten am Mittwoch richtet sich der Blick in den USA vor allem auf die kommende Woche anlaufende Zahlensaison der Unternehmen für das dritte Quartal. Am Donnerstag kommen zudem Produzentenpreis- und Einzelhandelsdaten sowie am Freitag die Industrieproduktion, allesamt für den September.
Für Deutschland steht die finale September-Inflation am Dienstag auf der Agenda, für den Euroraum insgesamt am Freitag, zusammen mit der Handelsbilanz für August. Tags zuvor kommt noch die Industrieproduktion im Euroraum für September. Im Vereinigten Königreich liegt der Fokus am Donnerstag auf einem umfangreichen Datenpaket mit dem Bruttoinlandsprodukt, der Industrieproduktion sowie der Handelsbilanz für August.
In Asien richtet sich die Aufmerksamkeit auf China, wo am Mittwoch die Verbraucher- und Produzentenpreise für September sowie die Handelsbilanz veröffentlicht werden. In Japan steht am Donnerstag zudem die Handelsbilanz auf der Agenda.
Robert Greil
Chefstratege
MERCK FINCK A QUINTET PRIVATE BANK
