Blick über die Märkte vom 18. Januar 2021

Blick über die Märkte vom 18. Januar 2021

Die Aktienmärkte konnten in der Vorwoche - wie auch heute Vormittag - ihre Rekordmarken nicht ganz halten.

Wochensicht

Die Aktienmärkte konnten in der Vorwoche - wie auch heute Vormittag - ihre Rekordmarken etwa beim DAX und beim S&P 500 nicht ganz halten. Der Hauptgrund dafür liegt in der Angst vor der sich immer stärker ausbreitenden britischen, noch ansteckenderen Mutation des Corona-Virus. In Deutschland scheint dies trotz der ansonsten etwas rückläufigen Infektionsdynamik nicht nur eine Verlängerung des Lockdowns in den Februar hinein, sondern möglicherweise auch eine Verschärfung der Maßnahmen zu bewirken. Darüber will das Kanzleramt morgen mit den Ministerpräsidenten beraten und entscheiden. In Europa zeigt indes vor allem Spaniens Infektionstrend weiter nach oben, während er in Frankreich und Italien stagniert. Immerhin meldeten Großbritannien wie auch die USA zuletzt weniger Neuansteckungen. Zugleich werden aber trotz mancher Probleme weltweit immer mehr Menschen geimpft - zusammen mit im Frühjahr wieder steigenden Temperaturen sollte dies nach und nach zum Wegfall der Beschränkungsmaßnahmen führen. Dann rechnen wir schon auf Basis der enorm gestiegenen Sparquoten mit erheblichen Nachholeffekten in Sachen Konsum in den Sommer hinein, auch wenn das erste Quartal noch überwiegend von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung geprägt sein dürfte. Zudem bleibt die politische Unterstützung hoch - daran ändert weder die Regierungskrise in Italien noch die Wahl des neuen CDU-Vorsitzenden Armin Laschet etwas. Der Fokus richtet sich diese Woche gen USA, wo übermorgen die Amtseinführung des neuen Präsidenten stattfindet. Joe Biden plant bereits ein 1,9 Billionen US-Dollar Fiskalpaket mit Direktzahlungen an alle Amerikaner, Unterstützung von Arbeitslosen und besonders Betroffenen und zum verstärkten Kampf gegen die Virusausbreitung. Diesem schuldenfinanzierten Paket soll dann ein weiteres v.a. zur Stärkung der Wirtschaft folgen, das dann voraussichtlich durch Steuererhöhungen finanziert werden soll. Kurzfristig beschäftigen die Märkte aber mögliche Ausschreitungen bzw. Unruhen im Rahmen der Machtübergabe in Washington. Dennoch: Die Unterstützung von Politik und auch Notenbanken bleibt enorm und ebnet der konjunkturellen Erholung im weiteren Jahresverlauf den Weg.   

Noch ist es aber nicht so weit: Nachdem das deutsche Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2020 auf Basis vorläufiger Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um -5.0% unter dem des Vorjahres lag, dürften anhaltende Lockdowns auch im laufenden ersten Quartal noch in einem Rückgang resultieren, bevor es dann im weiteren Jahresverlauf spürbar bergauf gehen sollte. Mit einem ähnlichen Trend ist im Euroraum insgesamt zu rechnen, wo die Industrie im November immerhin um zweieinhalb Prozent mehr als im Oktober produzierte, was aber immer noch leicht unter Vorjahresniveau lag. Dennoch: die Industrie läuft im Vergleich zum privaten Konsum weiterhin relativ rund, da sie weit weniger von den Lockdown-Maßnahmen betroffen bleibt. Dies verdeutlichen auch die neuesten Zahlen aus den USA, wo die Einzelhandelsumsätze im Dezember spürbar nachgaben, während die Industrieproduktion kräftig anzog. Beide Bereiche laufen dagegen weiterhin gut in China, wo die Industrie im Dezember sogar um gut sieben Prozent mehr produzierte als ein Jahr zuvor, auch wenn der Einzelhandel dort etwas weniger als die erwarteten gut fünf Prozent mehr umsetzte. Unterm Strich stieg Chinas Wirtschaftsleistung im Schlussquartal 2020 allerdings mit 6.5 Prozent mehr als vom Markt prognostiziert an. China hat damit bereits - anders als die USA und gerade Europa - wieder zu alter Stärke zurückgefunden.  

Neben der Amtsübergabe in den USA steht diese Woche am Donnerstag die EZB-Sitzung im Fokus, bei der wir nach den jüngsten Entscheidungen aber dieses Mal keine weiteren wichtigen Beschlüsse erwarten. Datenseitig stehen in Deutschland morgen die ZEW-Konjunkturerwartungen und wie auch in anderen Regionen die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für Januar am Freitag im Mittelpunkt. Für den gesamten Euroraum wird zudem am Donnerstag das Verbrauchervertrauen für Januar publiziert, am Freitag folgt das Geschäftsvertrauen für Frankreich. Und in Großbritannien sind die Dezember-Inflationszahlen am Mittwoch das Highlight. In den USA stehen diese Woche vor allem zahlreiche Immobilienmarktdaten auf der Agenda. Zudem gewinnt die US-Zahlensaison der Unternehmen in den USA an Schwung. In Deutschland liegt das Hauptaugenmerk allerdings auf den morgen anstehenden Entscheidungen zur Verlängerung und möglichen Verschärfung des Lockdowns.

Relative taktische Asset-Allokation

Unsere Anlagestrategie bleibt auf Diversifikation ausgerichtet, wobei unserer konstruktiven Aktiensicht weiterhin diversifizierende Anlageformen wie insbesondere US-Staatsanleihen und Gold gegenüber stehen. Aktienseitig bleiben die USA und die Schwellenländer unsere favorisierten Regionen - genauso, wie Gesundheit und Technologie unsere strukturell bevorzugten Branchen bleiben.

Auf der Rentenseite bleiben wir sehr vorsichtig. Wir bevorzugen in Europa weiterhin hochverzinsliche Unternehmens- gegenüber Staatsanleihen. Zudem setzen wir unverändert auf US-Staatspapiere insbesondere in der inflationsgeschützten Variante sowie Schwellenländeranleihen in Hartwährung. Alternative Investments wie Gold und Immobilienfonds bleiben zur Diversifizierung von Portfolios wichtig. 

Den vollständigen Blick über die Märkte können Sie sich hier herunterladen.

*Die dem vorliegenden „Blick über die Märkte“ zugrundeliegenden Informationen stammen aus Medienberichten, öffentlich zugänglichen Unternehmensberichten und den gesondert angegebenen Quellen. Die Quellen wurden von Merck Finck auf der Basis ihrer professionellen Einschätzung als verlässlich gewertet. Merck Finck kann jedoch keine Haftung für die Korrektheit und Vollständigkeit der Informationen übernehmen. Die dargestellten  Annahmen, möglichen Entwicklungen und Meinungen stellen Merck Fincks professionelles Urteilzum Zeitpunktder Veröffentlichung des „Blicks über die Märkte“dar und unterliegen der Möglichkeit der jederzeitigen Änderung, ohne dass dies zu einer entsprechenden Veröffentlichung führen muss Der „Blick über die Märkte“ stellt in keinster Weise ein Angebot, eine Aufforderung oder  eine Empfehlung zum Erwerb oder Verkauf eines Finanzinstrumentes oder der Beauftragung einer Finanzdienstleistung dar.  Merck Finck weist daraufhin, dass Finanzanlagen das Risiko des vollständigen Kapitalverlustes innewohnen kann. Der Anleger sollte ausschließlich in Finanzanlagen investieren, deren Risiken er auf Basis seiner Erfahrungen und Kenntnisse verstehen kann und diese zu tragenerfinanziell bereit und in der Lage ist. Vor einer Investition in einzelne Finanzinstrumente bzw. der Beauftragung von Finanzdienstleistungen sollte unbedingt professioneller Rat eingeholt werden. Copyright © 2020: MERCK FINCK A QUINTET PRIVATE BANK (EUROPE) S.A. branch